i
:
78
Bremerhaven.
Im letzten Jahr waren Dampfer: von
den einlaufenden 653 von 557,637 T..
von den auölaufendeir 657 von 557,932
T. Von den Vereinigten Staaten kamen
469 Schiffe (424 Dampfer) von 526,566
T., dorthin gingen 391 Schiffe (93 Dampfer)
von 460,852 T. Am Eingang beteiligten
sich 696 bremische Schiffe oder
52 Proz. der Gesamtgröße der angekommenen
Schiffe. — Der bedeutendste
Verkehr besteht mit New Pork und Baltimore;
nach dem ersten gingen 205 Schiffe
von 258,340 T., nach dem zweiten 85
Schiffe von 107,770 T. B. ist auch der
H a u p t a u s w a n d e ru n g s h a f e n
Deutschlands; von 1832—79 nahmen
1,544,401 Personen ihren Weg über B-,
1880 in 109 Dampfern 80,300, davon
51,628Deutsche.—K onsuln unterhalten
hier: Argentinien, Belgien, Bolivia, Brasilien,
Chile, Costarica, Dänemark, Ecuador,
Frankreich, Griechenland,Großbritannien,
Guatemala, Hayti, Hawaii, Italien, Kolumbien,
Niederlande, Österreich-Ungarn,
Peru, Portugal, Rußland, Schweden und
Norwegen, Schweiz, Türkei, Uruguay,
Venezuela, Vereinigte Staaten; Mejiko
rind Nicaragua sind durch ihre in Hamburg
residierenden Konsuln vertreten. Von
deutschen Staaten unterhalten Konsulate:
Anstalt, Baden, Bayern, Braunschweig,
Hessen, Lippe-Detmold, Mecklenburg-Schwerin,
Oldenburg, Preußen, Königreich
Sachsen, Großherzogtnm Sachsen,
die sächsischen Herzogtümer, Schaumburg-Lippe,
Württemberg. — Handelsanstalten
sind: die Börse, Handelskammer,
Gewerbekammer, Handelsgericht, Effekten-,
Mäklerverein. — Kreditwesen.
Die Rcichsbankhauptstelle hatte 1880
einen Gesamtumsatz von 1318,8 Mill.
Mk., davon Wechselverkehr 367,2, Giroverkehr
911,2 Mill. Mk. ; außerdem bestehen
hier: eine Filiale der Nicdersächsischen
Bank, Bremer Bank, Bremer Gewerbebank,
Bremische Hypothekenbank,
Bremer Filiale der Deutschen Bank, Deutsche
Nationalbank. Die Bremer Bank
(Kapital: 16,607,000 Mk.) ist eine Notenbank
auf Aktien, die l.Juli 1856 eröffnet
wurde; 30. April 1880 liefen 5,733,200
Mk. Noten mit. Von der Gesamtsumme
der Ncichskassenscheinc entfallen ans B.
358,164Mk. Die Seeversicherungen,
welche 1873—77 eine stetige Abnahme erfahren
hatten, nahmen 1878 und 1879 wieder
zu; die Gesamtsumme der abgeschlossenen
Versicherungen belief sich 1878 auf
341,2 und 1879 auf 347,6 Mill. Mk., woran
29 Gesellschaften partizipierten. Das
großartigsteJnstitut znrHebnng des Handels
ist aber der Norddeutsche Lloyd,
welcher 1. Jan. 1880: 48 Dampfer von
18,337 Pferdekrästen und 81,895 Ton.
besaß, davon 35 Seedampfer von 79,946
I. (%obW9: 40,128,698 3Rf.) imb 13
Flußdampfer nebst 42 eisernen Lichterfahrzeugen
von 9530 T. (Totalpreis:
2,942,613 Mk.). Diese Dampfer verbrauchten
1879: 216,657 T. Kohle, wovon
131,000 deutsche. Die Dockanlagen
in Bremerhaven, Werkstätten, Dampfbagger
rc. kosteten 4,721,193 Mk. Der
Norddeutsche Lloyd macht regelmäßige
Fahrten nach New Pork, Baltimore, New
Orleans, Brasilien und dem La Plata sowie
nach London und Hull. Die Dampfschiffahrtsgesellschaft
Neptun befährt mit
9 Seedampfern die europäischen Gewässer,
mit 1 Schleppdampfer und 2 Dampfkähnen
die Nnterwcser. — Platzgebrauche.
Die Verkäufe erfolgen in der
Regel auf 3 Monate Kredit, bei Zucker
und Tabak ans 4 Monate, Petroleum 4
Monate, Speck und Schinken gegen bar;
bei Barzahlung Diskont Vr Proz. pro
Monat. Wechselkurse notiert man auf
Amsterdam und Rotterdam, Antwerpen,
Brüssel, London, Paris, Schweizer Bankplätze,
Hamburg, Wien kurze Sicht und
2 Monate dato; auf New Pork 3 Tage
nach Sicht. Wechseltage für Wechsel auf
Hamburg Montag und Donnerstag, für
Wechsel auf London und Amsterdam
Dienstag und Freitag, für Wechsel auf
die übrigen Plätze alle Werktage.
Bremerhaven, der eigentliche Seehafen
Bremens, am Ausfluß der Geeste in die
Wesermündung, durch Eisenbahn mit
Bremen verbunden; (isso) 14,240 Einw.
Vicekonsulate für Preußen und Sachsen;
Bremer Bankverein, Bremerhavener
Bank, Bremerhavener Genossenschaftsbank.
Zahlreiche Docks (darunter das