thumbs: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Regelung geschaffen. 1 ) Mit den Ladungen nach Minden gingen auch 
die der Zwischenorte bis vor Hameln, die in der Karte markiert 
sind, mit denen nach Hameln die Ladungen bis Höxter; darüber 
hinaus nahm die Mündener Reihefahrt die Güter mit. Weil nach 
Münden allein alle acht Tage ein Schiffszug abgelassen werden 
konnte, liefs man zeitweilig nach Münden die Güter separat laufen, 
verlud gesondert davon nach Lauenförde, Beverungen und Karls 
hafen. Der Grund für die hier mehrfach eintretenden Verschiebungen 
liegt in der Rivalität zwischen Münden und Karlshafen. Münden 
verlangte stets, dafs die Fracht für Münden und Karlshafen gleich 
gestellt werde, da Karlshafen nur durch Münden mitgenommen 
werde, allein keine Reihefahrt unterhalten könne. Demgemäfs trat 
schon bald nach Vereinbarung des Regulativs eine Trennung 2 ), dann 
zwei Jahre darauf wieder eine Vereinigung ein, bis Mündens bisher 
an der Weser einzigartiger Grofshandelsverkehr mit dem Erlöschen 
der weitreichenden Strafsen 3 ) und der Notwendigkeit, sich namentlich 
im Winter aus Mündener Lägern zu versorgen 4 ), zurückging, sodafs 
Karlshafen ein wünschenswerter Zuwachs war. Die Regelung der 
Dinge von 1815 ist typisch geblieben. Wenngleich es nach 1830 zu 
Veruneinigungen kam, und Konkurrenzorganisationen sich bildeten 5 ), wo- 
*) Es bildete sich später eine private Vereinigung der in dieser Fahrt 
tätigen Schiffer. (v. Hormayr), Fragmente II, 1841, S. 29—34, 39—41. 
Handelskammerarchiv (April 1838 separate kleine Beurtfahrt nach Theding 
hausen, Verden, Stolzenau und Gernheim). 
2 ) Die 1818 beabsichtigte Trennung war nicht vollständig durohzuführen 
gewesen, 1820 trat wieder eine Vereinigung ein. Archiv der Handelskammer 
(Coli. Sen.) u. a. zum 27. Juli 1820, s. a. die Regulative u. a. 
3 ) Im folgenden. 
4 ) In einem Schreiben vom 4. August 1824 heifst es; Jetzt könne jeder 
Krämer (es handelt sich um Verkehr nach Franken) jederzeit per Achse von 
Bremen [Chausseen] beziehen, während früher im Winter auf Vorrat genommen 
werden mufste, den nur der Mündener Grofskaufmann halten konnte. Arch. 
Coli. Sen. 
6 ) s. Duckwitz, Denkwürdigkeiten, 1877, S. 7 ff.; Über die bremischen 
Schiffahrts-Institute für die Oberweser, Nov. 1840; die Zirkulare der Deputation 
des Mündener Handelsstandes an die Bremer Kaufmannschaft 1831, 1832, 1833; 
dazu eine umfängliche Schrift der Deputation: Darstellung der Ursachen und 
Verhältnisse, welche seit Anno 1824 in die Ordnung der Oberländischen Weser- 
Reiheschiffahrt störend eingegriffen haben, Bremen, 1831 (Samml. der Stadtbiblio 
thek Oberweserschiffahrt); Friedrich Hühn, Die Weser, Zeitschrift für deutsche 
Statistik, herausgegeb. von v. Reden, II. Jahrg., 1848, S. 390; Fr. v. Reden, 
Das Königreich Hannover, II. Abt,, 1839, S. 108; (v. Hormayr), Fragmente II, 
1841, S. 39; Heinrich Meidinger, Die deutschen Ströme, IV. Abt., 1854 
u - a. Aufserdem die Akten.
	        
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