Full text : Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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halts  in  ber  Colonie  Sorge  tragen  und  bezüglich  ihrer  Ueberfahrt
mit  Schifffahrtsgesellschaften  unter  möglichst  günstigen  Bedingungen
Transportverträge  abschließen,  und  die  vorgeschossenen  Kosten  von
den  Auswanderern  in  der  neuen  Heimath  burcf)  dort  von  ihr  bestellte ­
  Behörden  nach  und  nach  wieder  einziehen  lassen.  Zum
Schutze  der  Passagiere  und  damit  alle  Vertragsbestinunungen  von
den  Schiffseignern  genau  erfüllt  werden,  sollte  jedem  Auswanderungsconvoi ­
  ein  staatsseitig  bestellter  Commissar  und  Schiffsarzt  beigegeben ­
  werden.
Zur  Beförderung  von  jährlich  etwa  30000  unbemittelten
Personen,  sowie  zu  deren  Unterhalt  in  der  nächsten  Zeit  nach  ihrer
Ankunft  im  neuen  Heimathslande  dürfte  eine  in  das  Reichsbudget
als  Vorschuß  aufzunehmende  Summe  von  20  Mill.  Mark  jährlich
vollkommen  genügen.  Außer  zur  allmähligen  Rückerstattung  dieser
aus  Reichsmitteln  geleisteten  Vorschüsse  dürften  dergleichen  Auswanderer ­
  noch  dazu  zu  verpflichten  und  anzuhalten  sein,  für  die  zu
ihrer  Aufnahme  bereit  zu  haltenden  Blockhäuser  oder  Baracken
gegen  Ueberweisung  der  erforderlichen  Baumaterialien  eine  gleiche
Anzahl  für  nachfolgende  Einwanderer  unter  staatlicher  Leitung  und
Aufsicht  herzurichten.
Die  Anlegung  von  Handelscolonien  würde  lediglich  dem  deutschen
Handelsstande,  resp.  Actien-Gesellschaften  zu  überlassen  sein  und  die
Reichsregierung  nur  für  deren  staatlichen  Schutz,  sowie  für  die
Anstellung  tüchtiger  Berufsconsuln  unb  für  eine  gute  Consulargerichtsbarkeit
  Sorge  zu  tragen  iiiib  erforderlichenfalls  die  Herstellung ­
  von  regelmäßigen  Dampfschifffahrtsverbindungen  zwischen
Deutschland  und  den  gegründeten  Handelscolonien  durch  Subvention
zu  fördern  haben.
Es  ist  deshalb  sehr  erfreulich,  daß  die  Ueberzeugung  von  der
volkswirthschaftlichen  Nothwendigkeit  der  Gründung  von  Ackerbauund
  Handelscolonien  im  Deutschen  Reiche  immer  mehr  Boden  gewinnt, ­
  und  daß  sich  bereits  einsichtige  und  patriotisch  gesinnte
Männer  zu  dem  Zwecke  vereinigt  haben,  die  hochwichtige  Colonial-
            
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