Full text : Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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Reich  würde  wirtschaftlich  ruinirt  worden  fein.  Dem  Freihaudelssyftem
  entsprechend  wurde  auch  der  Einfuhrzoll  für  Steinkohlen
und  Roheisen  aufgehoben,  in  Folge  dessen  fast  die  Hälfte  der  Bergund
  Hüttenarbeiter  theils  gänzlich  entlassen  werden  mußte,  theils
nur  noch  halbe  Arbeit  erhalten  konnte.
Ein  weiteres  Product  dieses  unzeitigen  Zoll-  und  Handelsfreiheitssystems ­
  war  die  gleichfalls  von  Bamberger  dringend  empfohlene ­
  Einführung  der  Goldwährung  an  Stelle  der  seitherigen
bewährten  Doppelwährung,  in  Folge  deren  das  deutsche  Reich  beim
Verkauf  des  größtentheils  in  Barren  eingeschmolzenen  Silbergeldcs
einen  Verlust  von  über  71  Mill.  Mark  erlitt;  denn  das  Silber
sank  im  Preise  sehr  tief  herab,  weil  der  Bedarf  ein  weit  geringerer
geworden,  dagegen  in  demselben  Verhältnisse  derjenige  an  Gold
und  somit  auch  die  Nachfrage  darnach  gestiegen  war,  sodaß
ein  Pfund  davon  nur  noch  gegen  19  Pfund  Silber  eingetauscht
werden  konnte,  während  das  frühere  stabile  Werthsverhältniß
zwischen  beiden  Metallen  das  von  1  zu  15 1 /,  war.  Die  Werthsverschiebung ­
  dieser  beiden  vorzüglichsten  Tauschmittcl  mußte  auch
eine  Preisverschiebung  bezüglich  der  Tauschobjeete  herbeiführen  und
thatsächlich  ist  denn  auch  etite  solche  zu  Ungunsten  der  Landwirthschaft, ­
  des  Handels,  der  Industrie,  der  Gewerbe  und  des  Arbeiterstandes
  eingetreten.
Es  haben  denn  auch  selbst  schroffe  Gegner  der  Doppelwährung
nach  und  nach  einsehen  lernen,  daß  eine  reine  Goldwährung  den
Handel  und  Verkehr  ganz  erheblich  beschränkt  und  jede  Regung  ans
dem  volkswirthschaftlichen  Gebiete  hindert,  ja  theilweise  wirklich
untergräbt.  Den  überzeugendsten  Beweis  dafür  liefert  die  englische
Bank,  indem  durch  wenige  Hunderttausend  Pfund  Gold,  welche  aus
ihren  Kellern  entnommen  werden,  bereits  die  Möglichkeit  in  Aussicht ­
  gestellt  ist,  daß  abermals  eine  Discontocrhöhung  eintreten  kann
und  auch  gewöhnlich  erfolgt.  Wenn  dies  schon  in  einem  Lande,
loo  die  Goldwährung  seit  Jahrzehnten  eingeführt  ist  und  bei  einem
den  Weltmarkt  beherrschenden  Bankinstitute  möglich  ist,  wie  viel
            
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