Full text: Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen

Ausnützung der Marktkonjunktur beim Ankauf nicht 
als erheblich bezeichnen können. Des weiteren 
zeigt die Übersicht, daß Roggenmehl durchschnittlich 
zu Preisen abgegeben wurde, die um 7 v. H. unter 
den Selbstkosten lagen. Trotzdem wurden beson— 
ders in den Jahren 1924 und 1925 Angriffe 
gegen die Monopolverwaltung wegen der hohen 
Roggenmehlpreise erhoben. Aus Kreisen des Han— 
dels wurden an die Regierung Eingaben um Ge— 
nehmigung der Einfuhr von polnischem und deut— 
schem Roggenmehl gerichtet, das zu Preisen abgegeben 
werden könne, die bedeutend niedriger seien als die 
Preise der Monopolverwaltung. Eine Erklärung 
werden diese Widersprüche in der von der Monopol⸗ 
verwaltung zugegebenen Tatsache finden müssen, daß 
die Monopolverwaltung in den Jahren 1924 und 
1925 in Perioden der Preishausse mit Waren— 
heständen hineinging, die zu einem Durchhalten bis 
ur Überwindung der Hausseperioden nicht aus— 
reichten und deshalb der Bedarf an Auslandsroggen 
eitweise auch bei ungünstigster Marktlage einge— 
»eckt werden mußtes). Die Verluste konnten 
urch Abschreibungen nicht ganz ausgeglichen werden. 
Im den Auslandspreisen für Roggenmehl näher 
zu kommen, wurde das Roggenmehl unter Selbst— 
ostenpreis abgegeben. Weiter mußte durch Preis— 
uschläge auf Weizenmehl und gemischtes Mehl, die 
amit auch zeitweise erheblich über die Preise der 
Lachbarländer kamen, Ausgleich geschaffen werden. 
die nachfolgende Preiskurve für gewöhnliches 
Veizenmehl in Norwegen und Schweden gibt die 
n dem Storting-Dokument Nr. 11,1926 Seite 32 
gegenübergestellten Kleinverkaufspreise wieder, dabei 
ist zu berücksichtigen, daß Schweden einen Einfuhr— 
zoll für Weizen von 3,20 Kr. und für Weizenmehl 
hon 6.50 Kr. erhebt. 
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Weizenmehlpreis in Norwegen und Schweden 
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Von dem Führer der Bauernpartei wurde in 
einer Parlamentsrede anerkannt, daß der Preis für 
Weizenmehl in Norwegen durchweg um7 bis 8 Kr., 
der Preis für Roggenmehl um Zeuo Kr. höher lag 
als in Dänemarks0). 
Das weiter folgende Bild der Preise für Grau— 
brot in Norwegen und Dänemark gibt die Zahlen der 
auf Seite 44 der bezeichneten Parlamentsdrucksache 
zusammengestellten Tabelle wieder. Dazu ist zu 
bemerken, daß die Gebäckpreise in Norwegen von 
der Regierung festgesetzt wurden. 
(Siehe Tafel auf S. 385) 
Auch die bei Erörterung der Brotpreise in der 
Schweiz gebrachte Gegenüberstellung der Preise für 
9) Xorges Handels og 8Sjörfartstidendde vom 2. August 
1828 Nr. 179, vom 1. August'1924, vom 24, September 19828, 
oom Oktober 1926 Nr. 269, vom 8. Degzember 1928 
RNr. 286. 
æ29) Norges Handels og Sjörfartstidende vom 8. Juli 
1924 Nr. 156. 
20 
Schweden 
Roggenbrot in Norwegen und Dänemark (S. 21) 
ührt in den Jahren 1920 und 1924 für Nor— 
vegen wesentlich höhere Preise auf als für Däne— 
nark. Allerdings hat nach den Angaben dieser 
Quelle ein gleicher Preisunterschied bereits im Juli 
1914 bestanden. 
Die Monopolfreunde in Norwegen machen zur 
Rechtfertigung der höheren Mehl- und Brotpröeise 
Norwegens gegenüber den Nachbarländern geltend, 
»aß der Bedarf Schwedens und Dänemarks an Brot— 
getreide in weit höherem Maße als in Norwegen 
»urch heimische Erzeugung gedeckt werde. Soweit 
in Dänemark und Schweden die Preise für Inlands— 
getreide unter denen für Auslandsgetreide lagen, 
onnte die stärkere inländische Getreideerzeugung 
allerdings verbilligend auf die Mehl- und Brot— 
vreise einwirken. Da jedoch die norwegische Monopol⸗ 
erwaltung das Inlandsgetreide durchweg zu höheren 
Preisen ankaufte als das Auslandsgetreide, wurden 
die Verbraucher in Norwegen durch die Begünsti— 
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