Full text: Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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gewöhnliche Folge war und ist, daß diese Utopisten von einem 
Extrem ins andere fallen und in ihrem überreizten Gehirn sich ein 
Idyll des Naturzustandes zurechtlegen, wie es in der That nie 
existirt haben kann, noch je zu existiren vermag. Die Socialdcmo- 
kraten unterscheiden sich von jenen Communisten nur dadurch, daß 
sie den modernen Staat nach ihren Ideen gewaltsam ummodeln 
wollen, während jene auf eine Veränderung des zu ihrer Zeit vor 
handenen Staates keinerlei Hoffnung setzten, sondern ihre Ideale 
wo möglich ferne von der großen Heerstraße der Cultur ins Prak 
tische zu übersetzen suchten. 
Allein es würde den Zweck dieser Schrift weit überflügeln, 
wollten wir den jedenfalls interessanten Vergleich zwischen dem 
Communismus alter und neuer Zeit weiter fortseien. Der Zweck 
dieses Buches lehnt sich haupffächlich an die Bestrebungen der 
Socialdemokratie non heute an. Gestützt auf die gesicherten Er 
fahrungen der Wissenschaft und die Urtheile namhafter Vertreter 
derselben soll darin nachgewiesen werden, daß die auf die Lösung 
der socialen Frage, die in unserem Jahrhundert zweifellos eine 
brennende ist, gerichteten Bestrebungen der Socialdemokratie nicht 
zum Ziele führen, vom sittlichen Standpunkte aus betrachtet durch 
aus verwerflich erscheinen und das Massenelend nur vergrößern 
würden. 
Aber das vorliegende Buch soll nicht blos einen aggressiven 
und verneinenden Charakter an den Tag legen, sondern sich auch 
positiv verbreiten über die Mittel, welche zur Lösung der socialen 
Frage geeignet erscheinen. 
Eine gedrängte Darstellung der Entwickelungsgeschichte des 
Socialismus in Deutschland war nicht zu umgehen, um auch dem 
Laien das plötzliche Auftauchen der socialen Ideen und ihr gewal- 
tiges Vordrängen in unserer Zeit einigermaßen erklärlich zu machen. 
In der dann folgenden Schilderung, Würdigung und Widerlegung 
des communistischen Programms resp. Zukunftstaates war der Ver 
fasser bestrebt, Autoritäten sprechen zu lassen. Er glaubte sich
	        
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