Full text : Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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wirken.  Damit  jedoch  die  jugendlichen  Arbeiter  nicht  dem  entsittlichenden ­
  Einflüsse  roher  Arbeiter  ausgesetzt  sind,  sollte  man  jene
unter  Trennung  der  Geschlechter  in  abgesonderten  Räumen,  von
erwachsenen,  ordentlichen  männlichen  resp.  weiblichen  Arbeitern
beaufsichtigt,  beschäftigen  lassen,  auch  anordnen,  daß  die  Kinder  die
Fabrik  nicht  gleichzeitig  mit  den  erwachsenere  Arbeitern  und  auch
diese  dieselbe  nach  Geschlechtern  getrennt  zu  verlassen  haben.
Uni  der  in  erschreckender  Weise  zunehmenden  Verwilderung  der
Schuljugend  wirksam  entgegenzutreten,  muß  eine  strenge  Disciplin
wieder  Platz  greifen.  Zu  diesem  Behufe  sind  vom  Schulregiment
geeignete  Reglements  zu  geben,  nach  welchen  die  Lehrer  bei  Handhabung ­
  der  Disciplin  zu  verfahren  haben,  und  die  solche  Maßnahmen ­
  enthalten,  welche  den  Erfolg  haben,  daß  die  Schulkinder
sich  in  und  außer  der  Schule  gehorsam,  gesittet  und  bescheiden
betragen.  Solchen  Lehrern,  die  durch  besondere  Pflichttreue  und
mit  Geschick  bei  ihren  Schülern  diesen  Zweck  zu  erreichen  und  in
denselben  Wahrheitsliebe,  religiösen  Sinn,  Mitgefühl  und  Vaterlandsliebe ­
  zu  wecken  und  zu  fördern  wissen,  sollten  stets  wohlverdiente ­
  Anerkennungen  zu  Theil  werden,  sei  es  durch  öffentliche
Belobungen  oder  Beförderungen,  Gratificationcn  oder  dergleichen.
Selbstverständlich  würde  den  Lehrern  bei  Ausübung  ihres  schweren
Berufes  der  kräftigste  obrigkeitliche  Schutz  zu  gewähren  sein  gegen
Beleidigungen  oder  gar  Thätlichkeiten,  die  ihnen  etwa  Seitens  der
Eltern  oder  anderer  Verwandten  ihrer  Schüler  widerfahren  sollten;
dagegen  würden  sich  die  Lehrer  jeder  Mißhandlung  oder  solcher
körperlichen  Züchtigungen  der  Schüler  schlechterdings  zu  enthalten
haben,  welche  für  die  Gesundheit  der  jungen  Leute  schädliche
Folgen  haben.
Da  für  die  meisten  Menschen  die  Arbeit  die  einzige  Erwerbsquelle ­
  bildet,  so  haben  dieselben  auch  einen  natürlichen  Anspruch
auf  Arbeit;  diesem  sann  aber  nicht  überall  und  jederzeit  von  der
Gesellschaft  genügt  werden.  Da  haben  Staat  und  Gemeinden  die
Pflicht,  für  ausreichende  Arbeit  Sorge  zu  tragen;  allein  mit  der
            
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