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nützlichen Kenntnisse und hat 450 Mitglieder. Sie zahlen ein An
trittsgeld von 1 Thlr. und einen jährlichen Beitrag von 2 Thlr. Der
Verein besitzt ein Vermögen von 2000 Thlr. und eine ansehnliche
Bibliothek.
Gewerbliche UiiterstittzniigS-Kassen zu Berlin.
Im Jahre 1864 gab cs 79 Unterstützungs-Kaffen für Fabrikarbeiter
und Gesellen und 64 für Meister.- Die ersteren hatten ein Gcsammt-
Vermögcu von 226,795 Thlr., die andern von 304,979 Thlr., sowie
zwei Häuser im Fcucrkaffcnwcrth von zusammen 47,000 Thlr., endlich
auch 64 Morgen Land. Die durchschnittliche Zahl der Mitglieder be
trug bei den Gcsellen-Kassen 76,365, bei den Meister-Kaffen 19,623.
Bei den Gesellen-Kaffen beträgt der jährliche Gesammt-Beitrag der an
der Kasse teilnehmenden Mitglieder 238,863 Thlr. und der Arbeit
geber 27,658 Thlr. 15 Sgr. 4 Pf., bei den Meister-Kassen der Bei
trag der Mitglieder 34,278 Thlr. 24 Sgr. 8 Pf. Eine der Gesellen-
Kaffen (die Seidenwirker-Gesellen-Kranken- und Sterbe-Kasse) besitzt
noch eine Frauen-Sterbekasse mit 390 Mitgliedern.
Gewerk AuSstellungS-Fonds von 1840.
Eine Berliner Lokal-Stiftung. Der Fonds wurde aus den Einnahmen
einer Ausstellung der Gewerks-Insignien, welche bei der Rückkehr
Königs Friedrich Wilhelm IV. und der Königin am 21. September
1840 im Gebrauch gewesen, im November 1840 gegründet und ist
dazu bestimmt, jährlich Prämien von je 20 Thlr. an inländische zünf
tige Gesellen, welche sich besonders gut geführt und mindestens zwei
Jahre lang als Gesellen in hiesigen Werkstätten gearbeitet haben, zur
Unterstützung und ferneren Ausbildung zu ertheilen. Das Kapital
dieser Stiftung hat sich seit 1840, wo es 6175 Thlr. betrug, durch
Belegung erübrigter Zinsen-Einnahmen vermehrt. Die Vorschläge zu
Unterstützungen erfolgen wie beim Friedrichs-Gewerbe-Stipendium
(s. d.) durch die Jnnungs-Borständc und die Auswahl der würdigsten
Vorgeschlagenen durch das aus Magistrats-Personen, Gewerks-Assessoren
und Altmeistern bestehende Kuratorium der Stiftung. Prämien erhal
ten 10—12 Gesellen.
Gewerks Kranken-Berein zu Berlin.
Ein Berliner Lokal-Verein, ist er im Jahre 1846 gegründet und steht
unter Aufsicht des Magistrats. 1862 umfaßte er 73 Gesellen- und
Fabrik-Kassen mit 62,868 Mitgliedern; von 34 bei dem Verein be
schäftigten Aerzten wurden 49,414 Kranke behandelt. Die Ausgaben
betrugen 35,711 Thlr., also für jeden Kranken noch nicht 22 Sgr.
Das Vermögen sämmtlicher Kassen belief sich auf 86,000 Thlr.
v. Geyersches Stipendium,
Es besteht in 150 Thlr. jährlich und ist für studirende Familienglieder
und in deren Ermangelung für andere bedürftige Studirende bestimmt.
Die Verleihung hat der Magistrat in Gr. Salze.