Full text: Preußisches Landbuch

Gemeinde zu Leichlingen (Solingen) mehrere Vermächtnisse. Darunter 
1000 Thlr. zur Ausbildung eines armen kath. Knaben; 600 Thlr. zur 
Erlernung eines Handwerks; 800 Thlr. zur Bertheilung an katbolische 
Haus-Arme im Winter; 600 Thlr. zur Anschaffung guter Schriften 
für arme Schulkinder. 
Goedeckesche Ltiftnng, 
ein auf dem Rittergute Döllnitz (Halle) eingetragenes Vermächtniß bfr 
vcrw. Goed eck e, geb. Schwarz (t 1855) von 2000 Thlr. Die 
Zinsen sollen alljährlich mit 5 pCt. für die Armen und Kranken der 
Gemeinde Döllnitz verwendet werden. 
Goedenfche Stiftung. 
Dr. Hcnnig Goeden, Propst der Schloßkirche in Wittenberg, legirte 
(1529) 1000 Msi. zu vier Stipendien, je für eine Fakultät der la- 
maligen Universität. Studirende aus der Familie des Stifters haben 
den Vorzug; die Kollation sieht der Verwaltung der Wittenbercer 
Stiftungen bei der jetzigen Universität Halle-Wittenberg zu. (Kcch 
G. 443.) 
Göhligsche PosteritätS-Schnlen und Arm en-Stiftung, 
zur Unterstützung armer Bürger und Bürgerinnen und zur Anschaffung 
von Kleidungsstücken für 20 arme Schulkinder, katholischer und evang. 
Konfession, 1816 von dem Kaufmann und Stadtältesten Johann Gott 
lieb Göhlig zu Reichenbach in Schlesien mit 2400 Thlr. begründet. 
Im Jahre 1831 betrug der Fonds durch Zinsenvermehrung und wei 
tere Zuschüße bereits 4400 Thlr., 1837 wurde er von der Ehegattin des 
Stifters letztwillig um 1000 Thlr. vermehrt, deren Zinsen zur An 
schaffung von Feuerungs-Material für 20 arme alte Personen ver 
wendet werden sollen; 1838 wendete G öhlig der Stiftung wiederum 
2800 Thlr. und 1000 Thlr., sowie 3000 Thlr. in Pfandbriefen zu; 
die Zinsen der letzteren sollten znr Hälfte an jene 20 armen alten 
Personen, zur Hälfte an 3 arme 70 jährige Bürger, welche durch Red 
lichkeit und Berufsthätigkeit sich ausgezeichnet, ohne Unterschied der Kon 
fession vertheilt werden. Das Vermögen der Stiftung betrug jetzt 
14,565 Thlr. Im Jahre 1840 vergrößerte Göhlig daffelbc aber 
mals mit 3000 Thlr. in Pfandbriefen, indem er bestimmte, daß bis 
zu seinem Tode die Zinsen davon dem Stiftungs-Vermögen zuwachsen, 
dann aber \ der Zinsen dieses Kapitals jedesmal am 2. November zu 
gleichen Raten an 20 arine alte Personen vertheilt, ; zur besseren 
Anschaffung nothwendiger Kleidungsstücke für die Schulkinder, 1- zur 
Gehalts-Erhöhung des Ober-Vorstehers und Rendanten der Stiftung 
und zur Deckung unvorhergesehener Ausgaben verwendet werden sollten. 
Mit dieser Stiftung in Verbindung steht ;i) die Göhligschc Fu «da 
tion für arme dienende, tugendhafte christliche Bürgermädchen der 
Stadtqemeittde Ncichenbach, 1825 von der Gattin des Vorigen, geb. 
Keller, mit 1000 Thlr. begründet, und 1837 um 1200 Thlr. ver 
mehrt, indem sie bestimmte, daß die Beneficien ohne Rücksicht auf Kon 
fession vertheilt werden sollten. Jetzt werden jährlich drei Dienst-
	        
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