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zum Theil ungeschnitten ans dem Felde stehen zu lassen. Es läßt sich
nicht annehmen, daß dieser nngeschnittene Theil für die Ernte des nächsten
Jahres aufbewahrt und dann verarbeitet werden könnte. Wenn gelegent
lich ein englischer Berichterstatter einmal erwähnt, es würden voraussicht
lich erhebliche Rückstände aus dem Vorjahre aufgearbeitet werden, so
beruht dies ohne ßmetfel auf einem Mißverständnisse. Das Rohr verlangt,
daß der Boden stets genügende Feuchtigkeit besitze, ohne geradehin naß zu
sein: in Ermangelung von Regenfällen müßte man daher zu künstlicher
Bewässerung seine Zuflucht nehmen, was indessen auf Cuba nur in den
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stürmische zerraufen, entwurzeln oder schlagen c% nieder. Ev müssen also
mancherlei Bedingungen zusammentreffen, um dem Rohr ein völlig gutev
Gedeihen zu sichern. ' Am besten eignen sich dafür die Küstenstriche, sowie
die niedrigen fruchtbaren Thäler der Flüsse.
Die Ernte beginnt in der Regel mit dem December, je nach der
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Juni hinein zu dauern, bei trockner Witterung geht es rascher und ohne
Unterbrechung vorwärts. Gleichzeitig mit dem schneiden des Rohren er
folgt auch seine Verarbeitung, da es keine lange Aufbewahrung verträgt.
Der Verbrauch an frischem Rohr zur Nahrung soll sehr bedeutend sein, da
die Arbeiter im Felde, namentlich die Neger, reichlich davon genießen,
dasselbe auch sonst als wohlschmeckende, gesunde und nahrhafte Speise gilt.
Die Pflanzungen werden wegen der großen Feuersgefahr auf das sorg
fältigste bewacht. Die geringste Unvorsichtigkeit vernichtet in kürzester Frist
die üppigsten Ernten: die dürren flatternden Blätter werden von den
Flammen ergriffen und tragen sie mit Blitzesschnelle weiter, so daß an
Löschen gar nicht zu denken ist. Daraus erklärt sich, weshalb auch nach
beendigtem Aufstande und völlig wieder hergestellter Ruhe so häufig be
deutende Fenersbrünste in den Pflänzlingen gemeldet werden. Noch im
Februar 1887 sollen z. B. im Bezirke von Matanzas allein ans den
Pflanzungen Jaenrita und Europa ausgedehnte Felder, ans mehrere hundert
Oxhoft Zucker geschätzt, ein Raub der Flammen geworden sein.
Die Ernte pflegt man gleid)zeitig von verschiedenen Seiten zu be
ginnen. Das Rohr wird niedergehauen, wobei man sich verschiedener
durd)aus nicht künstlicher Geräthe bedient \ es wird in Bündel gebunden
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durch Zugthiere oder besondere Beförderungsmittel. Das geschnittene Rohr
kann in seiner ganzen Länge zur Mühle gebracht werden und wird in
diesem Falle dort von den Arbeitern schichtweise nachgeschoben. Indessen
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mäßige Zuführung zu den Cylindern veranlassen, dadurch einen stoß
weisen Gang der Mühle und eine zeitweise Verstopfung des zur Aufnahme