Full text: Preußisches Landbuch

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ist sie nach dem Statut vom 4. Februar 1861 bestimmt, hervorragen 
den Talenten, wo sie sich finden mögen, ohne Rücksicht auf Nationali 
tät oder Konfession in allen den Richtungen, in welchen Humboldt 
seine Thätigkeit entfaltete, namentlich zu naturwissenschaftlichen Arbeiten 
' und größeren Reisen Unterstützungen zu gewähren. Das Vermögen 
wird durch ein Kuratorium verwaltet, an deffen Spitze der Minister 
der geistlichen Angelegenheiten oder ein von ihm dcsignirter Rath seines 
Ministcrii steht. Die Stiftung hat Korporations-Rechte. Die Wahl 
der zu unterstützenden Unternehmungen sowie der für ihre Ausführung 
geeigneten Personen steht der Akademie der Wiffenschaftcn zu. Das 
Stiftungs-Vermögen belief sich Ende 1864 auf 52,400 Thlr., darunter 
10,000 Thlr., welche König Wilhelm bewilligt hatte. Die im Jahre 
1864 verwendbaren 2150 Thlr. waren dem Reisenden Reinhold Hcn- 
sel in Brasilien überwiesen worden. 
v. Humboldtsches Legat zu Falkenberg, 
von Frau v. Humboldt (der Mutter der Gebr. v. Humboldt) 
1795 gestiftet. Sie baute zu Falkenberg (Nieder-Barnimschcn Kreises) 
bei der Kirche den Thurm und ein Erbbegräbnis und schenkte zur Un 
terhaltung beider 500 Thlr., welche zu 4 pCt. auf dîm Rittcrgute zur 
ersten Hypothek eingetragen stehen. Durch Zinscnzuwachs sollte das 
Kapital auf 1000 Thlr. gebracht werden; die Zinsen eines weiteren 
Zuwachses von 500 Thlr. sollten dem Lehrer des Orts als jährliche 
Gehalts-Zulage ausgezahlt werden. Noch weitere Ersparniffc sollen 
zu Schulzwecken verwendet werden. 1852 belief sich die Stiftung, 
außer dem Kapital der 500 Thlr. an angesammelten Zinsen auf 1300 
Thaler. Der Orts-Prediger ist Rendant, die Aufsicht steht der Re 
gierung in Potsdam zu. 
Karl Wilh. Hnndrich, 
Kaufmann in Burg, errichtete 1858 letztwillig eine Stiftung für wür 
dige und dürftige in Burg wohnhafte Leute beiderlei Geschlechts. Ka 
pital 6000 Thlr. 
v. Hundt scheö Legat. 
Von der vcrw. Majorin v. Hundt (+ 1855) herrührend. Sie hin 
terließ den Armen zu Tragarth (Merseburg) ein Legat von 200 Thlr., 
besten Zinsen jährlich unter die Bedürftigsten vertheilt werden. 
Hypotheken-Kredit-Berein zu LeubuS. 
Er trat 1862 ins Leben und bezweckt, dem Hypotheken-Wucher Einhalt 
zu thun und den Boden-Kredit zu erweitern. Er bestand im März 
1863 aus 85 Mitgliedern, die einen Grundbesitz im Werthe von 263,000 
Thlr. und 140,000 Thlr. Hypothekenschulden hatten; für die letzteren 
ist Seitens des Vereins die Solidar-Haft übernommen. Neue hypo 
thekarische Darlehne wurden an 73 Mitglieder im Betrage von 35,000 
Thlr. gewährt und pari ausgezahlt; in 7 Fällen wurde die bereits 
verhängte Subhastation durch Gewährung von Darlehnen rückgängig 
gemacht.
	        
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