Full text : Preußisches Landbuch

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wirft;  er  nmß  um  seine  Ernennung  zu  der  begehrten  Würde  bei  dem
Könige  oder  dem  Hcrrcnmcister  nachsuchen  und  dabei  zugleich  nachweisen, ­
  alten  Adel,  völlige  Unbescholtenheit  und  bekannte  Rechtlichkeit  nebst
ritterlichem  und  religiösem  Sinn,  sowie  Wohlhabenheit  und  standesmäßige ­
  Stellung.  Die  Prüfung  der  Kandidaten  geschieht,  wo  dies
möglich,  dnrch  die  Ausschüsse  oder  Konvente  der  Genossenschaften  der
Ritter  selbst;  über  Ausländer,  in  deren  Hcimath  keine  Genossenschaften
bestehen,  wird  die  nöthige  Auskunft  durch  die  preußische  Gesandtschaft
oder  durch  einzelne  Ritter  eingezogen.  Nachdem  dies  geschehen,  wird
der  Kandidat  vom  Ordens-Kapitel  nochmals  geprüft  und  im  günstigen
Falle  vom  Hcrrcnmcister  dem  Könige  zur  Ernennung  als  Ehrcn-Ritter
vorgeschlagen;  andern  Falls  wird,  ohne  daß  der  Betreffende  eine  Mittheilung ­
  erhält,  die  Sache  mit  Stillschweigen  übergangen.  Sämmtliche
Mitglieder  des  Ordens  sind  dem  Ehrengerichte  desselben  unterworfen,
welches  jeden  sich  unwerth  zeigenden  Ritter  ausschließen  kann.  Der
Orden  ist  nicht  ein  Verdienst-Orden  oder  ein  bloßes  Gnadenzcichen,
sondern  das  Abzeichen  einer  Kongregation  des  deutschen  Adels,  deren
Aufgabe  darin  besteht,  christliche  Krankenpflege  durch  Erbauung  von
Kranken-  und  Siechhäusern  zu  fördern  und  in  Ausführung  zu  bringen,
—  eine  Aufgabe,  welche  auch  jedes  einzelne  Mitglied  für  sich  nach
Kräften  erfüllen  soll.  Darum  zahlt  jeder  Ritter  beim  Eintritt  ein  für
allemal  300  Thlr.  zur  Erfüllung  der  wohlthätigen  Zwecke  des  Ordens
und  außerdem  noch  jährlich  12  Thlr.  Beitrag  an  die  Genossenschaft,
welcher  er  sich  anschließt.  Die  Annahme,  daß  der  Eintritt  durch  Geld
erkauft  werden  könne,  beruht  auf  einer  unrichtigen  Auffassung  der  vorerwähnten ­
  Bestimmungen.  Im  Jahre  1864  besaß  der  Orden  18  Kran^
kcn-  und  Siechhäuser,  welche  meist  von  ihm  neu  erbaut,  theils  ihm  als
Eigenthum  zur  Unterhaltung  übergeben  worden  sind,  mit  etwa  500
Krankenbetten;  ferner  das  Krankenhaus  zu  Beirut  in  Syrien,  welches
im  Februar  1861  durch  die  Grafen  v.  Bismark-Bohlcn  und  Pcrponcher
  gegründet  wurde,  ein  Hospiz  in  Jerusalem,  die  Heil-  und  Pflege-Anstalt
  Hephata  in  München-Gladbach,  auch  waren  in  Berlin  mehrere
mit  seiner  Hilfe  gegründete  Sicchenhäuser  vorhanden.  Außerdem  unterhalten ­
  die  mecklenburgische,  die  hessen-darmstädtische,  die  sächsische  und
die  württembergischc  Genossenschaft  eine  Anzahl  Betten  in  verschiedenen
Krankenhäusern.
Jonassche  Familien-Stiftung.
Kaufmann  Joh.  Heinr.  Jo  nas,  (ş  zu  Berlin  1827)  bestimmte  letztwillig, ­
  daß  der  jährliche  Zinsen-Ertrag  von  4000  Thlr.  zur  Unterstützung ­
  armer  Mitglieder  der  Familie,  zur  Berhcirathung  derselben,
gleichviel,  ob  sic  Descendenten  der  rechten  oder  Stiefgeschwister  sind,
verwendet,  und  in  Ermangelung  dieser  an  andere  wirklich  Bedürftige
vertheilt  werden  (2isco  S.  400).
Jonas  -  Stiftung,
von  der  Gnstav-Adolph-Stiftung  in  Berlin  zum  Andenken  ihres  Vorsitzenden, ­
  des  Prediger  Jonas  (f  1859)  aus  Beiträgen  seiner  Freunde
            
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