Full text: Preußisches Landbuch

fruchtrcich, daß 1855 in den Preußischen Staaten schon 42 katholische 
Gescllen-Vereine vorhanden waren. Mit dem hiesigen Verein — zur 
Zeit aus 800 Mitgliedern bestehend — verbunden ist eine Sparkasse, 
welche 1856 mehr als 4000 Thlr. Einlage hatte, eine Kranken 
kasse, die zu derselben Zeit 5—600 Thlr. jährlich an Krankengeldern 
verausgaben konnte und ein Gesell en-H aspi tium. Die letztere An 
stalt hatte schon in den ersten 5 Jahren einen Fonds von 12,000 Thlr. 
angesammelt und erhielt 1856 die beschränkten Korporations-Rechte. 
Hweck derselben ist a) als Herberge für die wandernden Mitglieder des 
katholischen Gesellen-Vercins zu dienen; b) Räumlichkeiten darzubieten 
zur geselligen und belehrenden Unterhaltung für die Kölner Mitglieder 
des katholischen Gesellen-Vercins während der Feierzeit und c) den 
Unterricht in allen das Gewerbe betreffenden Gegenständen und Vor 
träge über praktische Lebensfragen mit strengem Ausschluß jeder Po 
litik und religiösen Polemik zu vermitteln. An der Spitze des Vor 
standes steht der im Hospitium wohnende Prä,es (Kolping). 
Aufsichtsbehörde des Hospitiums, in welchem jährlich etwa 350 Ge 
sellen aufgenommen und verpflegt werden, ist die Regierung zu Köln. 
Rentner Franck (t 1838) vermachte dem Hospitium 2000 Thlr. 
Katholisches Armen-Hospital zu Schroda. 
Eine selbstständige Stiftung zur Versorgung von 14 alten ehrbaren 
katholischen Bürgern des Orts. Die Anstalt hat Grundbesitz und 
4900 Thlr. Kapital und steht unter Aufsicht der städtischen Behörde. 
Katholisches Gymnasium zu Breslau, 
unter Leopold I. im Jahre 1638 als katholische Schule von den 
Jesuiten gegründet, bis 1811 mit der von ihnen gleichfalls errichteten 
Universität vereinigt, seitdem von dieser getrennt und als selbstständige 
Anstalt in das Matthias-Stift der Krcuzherren mit dem rothen Stern 
verlegt. Jetzt ein Königliches (katholisches) Institut, mit einem aus 
älteren, namentlich Peter Gebaucrschen Schenkungen herrührenden 
Konviktorium (zu St. Joseph) zur Aufnahme armer Gymnasiasten 
und einem auf 21 Stellen eingerichteten Pensionat, dessen Ueber- 
schüsie den Fundatisten zu Gute kommen. Ein Theil der Schüler hat 
freien Unterricht in dem fürstbischöflichen Knabcn-Scminar. — Kranken 
kasse mit 4300 Thlr. Vermögen (Wiese S. 170). Partikulier Johann 
Samuel Krause vermachte (1865) dem Gymnasium 1500 Thlr. mit 
der Bestimmung, daß die Hälfte der Zinsen zur Unterhaltung eines 
armen Schülers, die andere Hälfte aber zur Prämiirung desjenigen 
Schülers der ersten Klaffe dienen solle, der die angeordnete jährliche 
Gedächtnißrcde für den Testator gehalten. 
Katholisches Gymnasium zu Glogau. 
1626 als Jesuiten-Kollegium gegründet. Aus dem Fonds des seit 
1806 aufgehobenen Konviktoriums werden jährlich 1500 Thlr. zur 
Stipendicnkaffe desselben gezahlt, nächstdem bestehen bei der Anstalt 
vielfache Stiftungen, namentlich die von Palm, End er, Bamberg
	        
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