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Katholisches Waisenhaus zu Neuß,
in den Gebäuden des ehemaligen Klosters Maricnberg. Die Leitung
ist den Schwestern vom armen Kinde Jesu anvertraut. Wcidcn-
feldsches Vermächtniß (1864) von 2000 Thlr.; die Zinsen sollen
zur Besoldung des Anstalts-Geistlichen verwendet werden.
Katholisches Waisenhaus zu Paderborn.
Dasselbe nimmt Waisen nicht blos ans der Stadt, sondern auch aus
dem ganzen Fürstenthum Paderborn auf. Die Wittwe Inn ferma un
vermachte demselben ein Kapital und es erhielt noch in neuerer
Zeit vielfache Zuwendungen. Vgl. Dämmers, Junfermann, v. Lcdebnr-
Wicheln. Frcih. v. Sch ol einer stiftete (1834) mit 800 Thlr. eine
Stelle für ein katholisches Kind.
Katholisches Waisenhaus zu Wollstein.
Dasselbe steht unter Leitung von barmherzigen Schwestern, nimmt 19
Waisen anf und wird durch milde Gaben, namentlich durch Adele v.
Gajewski, die cs begründete, unterhalten. Die Ober-Aufsicht hat der
Konvent der grauen Schwestern zu Posen. S. Förstersches ev. Waisen
haus.
Katholisches Waisen-Jnstitut zu Berlin.
1838 (für Knaben große Hamburgerstr. 10, für Mädchen Lindenstr. 48)
begründet, beruht es auf dem St. Hedwigs Frauen-Verein (s. d.),
dessen wirkliche Mitglieder die Geschäfte leiten und theilweise selbst be
sorgen, dessen Ehrenmitglieder das Unternehmen durch freiwillige Bei
träge an Geld oder Effekten unterstützen. Der Arzt des Hauses ist
wirkliches Mitglied des Vereins, wie der Rendant, welcher die Ein
nahme und Ausgabe bewirkt und bucht.
Kaufs mannsche Stiftung „der Gallenstein".
Der Kreis-Chirurgus Kanffmann (+ 1838) vermachte der Stadt
Köslin 4500 Thlr. zum Zwecke „der Unterstützung der allgemeinen
Betriebsamkeit, Knust, Wissenschaft und Gewerbe in Köslin." Dieser
Zweck soll in folgender Weise erreicht werden. Zwanzig Jahr lang
bleibt vorerst das Kapital hypothekarisch sicher ausgeliehen stehen; die
Zinsen werden kapitalisirt, nur 15 Thlr. davon erhält schon ein Jahr
nach dem Tode des Erblassers das Gymnasium jährlich zur Anschaffullg
von Büchern als Prämien für die ausgezeichnetsten Schüler. — Nach
Ablauf der 20 Jahre werden von dem aufgesammelten Bestände
1000 Thlr. zur Bildung eines eisernen Reserve-Fonds, der Ueberrest
zum Ankauf von Acker verwendet, welcher zur Obst-Kultur geeignet und
nicht viel über eine Viertelmeile von der Stadt entfernt ist. Auf
diesem Grundstücke werden Wohngebäude erbaut und ein Vcrgnügungs-
und Erholungs-Ort für die Einwohner Köslins eingerichtet; dieser
Ort wird der „Gallenstein" benannt, nach den Gallensteinen, die in
dem Leichnam des Stifters gefunden, in einer kupfernen Büchse ober
halb der Thür des Etablissements eingemauert werden sollen. — Der
Acker wird zur Obstbau-Kultur, zum Haferbau und zur Bienenzucht in