Full text : Preußisches Landbuch

Stift  besteht  zur  Zeit  aus  einer  Aebtissin,  einer  Priorin  und  11  Fräulein, ­
  welche  sämmtlich  im  Hause  wohnen  und  ihren  standesmäßigen
Unterhalt  finden.  Der  Stifter  legte  ihnen  die  Berpflichtuug  auf,  einen
frommen  und  gottcsfürchtigen  Lebenswandel  zu  führen,  die  häusliche
Wirthschaft  im  Stiftshanse  abwechselnd  zu  besorgen,  die  kranken  Mitschwestern ­
  zu  pflegen  und  der  weiblichen  Jugend  aus  der  Stadt  Tschirnau
  und  den  Stifts-Dörfern  regelmäßigen  Unterricht  in  weiblichen
Handarbeiten  zn  ertheilen,  v.  L  estwitz  begründete  ferner  Stiftungen:
2)  zur  Unterstützung  armer  adeliger  auswärts  wohnender  Fräuleins
aus  Schlesien,  armer  Schlesischer  Edelleute,  welche  sich  dem  Offizicr-Stande
  widmen  und  armer  Studirender;  3)  zur  Unterstützung  unglücklicher ­
  Personen  aus  der  Stadt  Tschirnau  und  den  Stifts-Dörfern;  4)
zur  Gewährung  ärztlicher  Hülfe  und  Medicin  für  erkrankte  Personen;
5)  zur  Unterstützung  der  Armen  aus  der  Stadt  und  den  Stifts-Dörfern,
  zur  Sicherung  der  Aufnahme  armer  Leute  in  dem  städtischen
Hospital,  zur  Verbefferung  des  Einkommens  von  Dorf-Schullehrern
und  zur  Bewilligung  des  Schulgeldes  für  arme  evang.  Schulkinder;  6)
zur  Unterhaltung  eines  Hospitals;  7)  zur  Verabreichung  von  30  Thlr.
jährlich  an  die  Brüder-Gemeinde  zu  Tschirnau.  Später  hinzugekommene
  Stiftungen  sind:  8)  eine  v.  Proschesche  und  9)  eine  1851
von  der  Gräfin  Pon  ins  ka,  Amalie  geb.  Gräfin  Königsdorff  mit
8000  Thlr.  errichtete  Gräflich  v.  K  ön  ig  s  d  o  r  f  fsche,  beide  zur
Bildung  neuer  Stiftsstellen  und  unter  Bevorzugung  der  Familien-Mitglieder
  der  Stifterinnen;  10)  eine  v.  Tschämm  erschc,  1863  aus
Veranlassung  des  Amts-Jubiläums  des  damaligen  Kurators  der  Stiftung, ­
  Landschafts-Direktors  v.  T  sch  am  m  er  mit  1100  Thlr.  begründete, ­
  zur  Bewilligung  von  Pensionen  an  arme  Schlesische  Wittwen
adeliger  Herkunft;  11)  eine  Stiftung,  welche  die  Unterhaltung  einer
mit  80—90  Kinder  besetzten  Spinnschule  zum  Zweck  hat.  In  enger
Verbindung  mit  diesen  Stiftungen  steht  12)  eine  v.  Seydlitzsche,
deren  Aufgabe  es  ist,  verwahrlosete  Kinder  zn  erziehen  und  zu  unterstützen. ­
  —  Alle  diese  Stiftungen  beziehen  ihre  gesicherten  Fonds  ans
den  Einkünften  von  acht  schuldenfreien  Gütern  und  Vorwerken  mit
einer  Grundfläche  von  ungefähr  8000  Morgen  und  aus  den  Zinsen
eines  in  Hypotheken  und  anderen  geldwerthen  Papieren  bestehenden
Vermögens  von  50,000  Thlr.  —  Den  Stiftungen  stehen  zwei  Kuratoren ­
  vor  (Wirklicher  Geh.  Rath  v.  Franken  b  erg  -Lu  d  wi  gsdorf
auf  Nieder-Schüttlau,  Kammerherr  v.  Mas  sow  ans  Bronau):  dieselben ­
  werden  von  der  Regierung  zu  Breslau  (der  Oberaufsichts-Behörde)
ernannt.  Die  Kuratoren  ernennen  die  Aebtissin,  welche  mit  beni  Titel
einer  Hochwürdigen  Frau  bekleidet  ist  und  ein  Jahrgehalt  von  300
Thlr.  bezieht,  die  Priori»  mit  einem  Jahrgchalt  von  150  Thlr.  und
die  Stiftsdamen  mit  je  100  Thlr.  Jahrgchalt;  sie  verwalten  selbstständig ­
  die  Stiftungen  und  das  zu  ihnen  gehörende  bewegliche  und
unbewegliche  Vermögen.  Die  jährlichen  Einnahmen  der  Stiftungen
(8000  Thlr.)  werden  es  möglich  machen,  noch  weitere  Zwecke  zu  verfolgen, ­
  und  namentlich  fortlaufende  Unterstützungen  an  Damen,  welche
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.