Full text: Preußisches Landbuch

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Liebig, 
Wittwe zu Magdeburg, bestimmte 200 Thlr. zu einer Stiftung. Die 
Zinsen sollen für eine auf dem dortigen Krankenhause sich befindende 
würdige Kranke verwendet werden. Die Verwaltung hat der Magistrat. 
L i e b ni a n n sche Vermächtnisse. 
Moses Joseph Lieb mann zu Berlin (f 1839) hinterließ der Auer 
bach scheu Waisen-Erziehnttgs-Anstalt für Knaben (s. d.) drei Vermächt 
nisse. Es sotten erhalten: a) das Waisen-Erziehungs-Jnstitut jährlich 
300 Thlr. ; b) ein in dieser Anstalt erzogener, in Berlin geborener, 
sittlicher und fähiger Waisenknabe, welcher Medizin oder Chirurgie auf 
einer inländischen Universität oder einem sonstigen Staats - Institute 
stndirt, oder welcher sich zum Rabbiner oder jüdischen Lehrer ausbil 
det, oder sich einer Kunst widmet, als der Maler-, Bildhauer- oder 
Kupferstecher-Kunst, auf vier einander folgende Jahre jährlich 100 
Thlr.; c) einer der Waisenknaben soll das gebräuchliche Kadischgebet 
beim Gottesdienste der Gemeinde-Knaben-Schule oder in der Waiscn- 
Erziehungs-Attstalt im Sterbejahre verrichten, und dafür nach Ablauf 
des Jahres 50 Thlr. erhalten, welche 50 Thlr. bei der Sparkasse für 
ihn belegt werden sotten, bis zu seiner Majorcnnität. Sollte er vor 
seiner Majorcnnität versterben, so fällt das Aufgesammelte dem Fonds 
des Waisen-Erziehungs-Jnstituts anheim. 
v. L iepe-L ip Ski sche Stiftung. 
Aus einer 1818 begründeten Stiftung des inzwischen verstorbenen Ritt 
meisters v. Liepe-Lipski auf Jactorowo (Chodziesen), wurden jähr 
lich 2 dem Stande der Militairs vom Feldwebel abwärts angchörige, 
aus den Feldzügen von 18}y herstammende, zur Pension anerkannte 
Soldaten mit einer fortlaufenden Unterstützung von je 24 Thlr. jähr 
lich berücksichtigt, und zwar wo möglich Leute, welche im Großherzog- 
thnm Posen garnisonirenden Truppentheilen angehört haben, jedenfalls 
aber dort noch domiciliren. Nach dem Verkauf des Guts Jactorowo 
ist durch richterliches Erkenntniß von 1862 diese Stiftung in eine 
immerwährende Jahresrente von 46 Thlr. 17 Sgr. 9 Pf. verwandelt 
und als solche auf das den Erben des Stifters gehörige Rittergut 
Uzarzewo eingetragen worden. Der Stiftungs-Urkunde gemäß sollen 
zum lebenslänglichen Genusse dieser Rente zwei Invaliden durch Wahl 
des Chefs des ehemaligen 6ten, jetzigen Neumärkischen Dragoner-Regi 
ments Nr. 3, resp. des Königl. General-Konunandos des 2tcn Armee- 
Korps gelangen. Die Unterstützung wird auf lebenslang bewilligt und 
in halbjährlichen Raten gezahlt. 
Liepmannsche Stiftung zu Berlin. 
Von dem Rentier Moses Joseph Licpmann begründet. Er setzte 
1838 testamentarisch fest, daß die Zinsen von 124,371 Thlr. zur 
Unterstützung von Armen verschiedener Art verwandt werden sollen. 
Die Stiftung steht unter Aufsicht des K. Polizei-Präsidiums.
	        
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