438
Liebig,
Wittwe zu Magdeburg, bestimmte 200 Thlr. zu einer Stiftung. Die
Zinsen sollen für eine auf dem dortigen Krankenhause sich befindende
würdige Kranke verwendet werden. Die Verwaltung hat der Magistrat.
L i e b ni a n n sche Vermächtnisse.
Moses Joseph Lieb mann zu Berlin (f 1839) hinterließ der Auer
bach scheu Waisen-Erziehnttgs-Anstalt für Knaben (s. d.) drei Vermächt
nisse. Es sotten erhalten: a) das Waisen-Erziehungs-Jnstitut jährlich
300 Thlr. ; b) ein in dieser Anstalt erzogener, in Berlin geborener,
sittlicher und fähiger Waisenknabe, welcher Medizin oder Chirurgie auf
einer inländischen Universität oder einem sonstigen Staats - Institute
stndirt, oder welcher sich zum Rabbiner oder jüdischen Lehrer ausbil
det, oder sich einer Kunst widmet, als der Maler-, Bildhauer- oder
Kupferstecher-Kunst, auf vier einander folgende Jahre jährlich 100
Thlr.; c) einer der Waisenknaben soll das gebräuchliche Kadischgebet
beim Gottesdienste der Gemeinde-Knaben-Schule oder in der Waiscn-
Erziehungs-Attstalt im Sterbejahre verrichten, und dafür nach Ablauf
des Jahres 50 Thlr. erhalten, welche 50 Thlr. bei der Sparkasse für
ihn belegt werden sotten, bis zu seiner Majorcnnität. Sollte er vor
seiner Majorcnnität versterben, so fällt das Aufgesammelte dem Fonds
des Waisen-Erziehungs-Jnstituts anheim.
v. L iepe-L ip Ski sche Stiftung.
Aus einer 1818 begründeten Stiftung des inzwischen verstorbenen Ritt
meisters v. Liepe-Lipski auf Jactorowo (Chodziesen), wurden jähr
lich 2 dem Stande der Militairs vom Feldwebel abwärts angchörige,
aus den Feldzügen von 18}y herstammende, zur Pension anerkannte
Soldaten mit einer fortlaufenden Unterstützung von je 24 Thlr. jähr
lich berücksichtigt, und zwar wo möglich Leute, welche im Großherzog-
thnm Posen garnisonirenden Truppentheilen angehört haben, jedenfalls
aber dort noch domiciliren. Nach dem Verkauf des Guts Jactorowo
ist durch richterliches Erkenntniß von 1862 diese Stiftung in eine
immerwährende Jahresrente von 46 Thlr. 17 Sgr. 9 Pf. verwandelt
und als solche auf das den Erben des Stifters gehörige Rittergut
Uzarzewo eingetragen worden. Der Stiftungs-Urkunde gemäß sollen
zum lebenslänglichen Genusse dieser Rente zwei Invaliden durch Wahl
des Chefs des ehemaligen 6ten, jetzigen Neumärkischen Dragoner-Regi
ments Nr. 3, resp. des Königl. General-Konunandos des 2tcn Armee-
Korps gelangen. Die Unterstützung wird auf lebenslang bewilligt und
in halbjährlichen Raten gezahlt.
Liepmannsche Stiftung zu Berlin.
Von dem Rentier Moses Joseph Licpmann begründet. Er setzte
1838 testamentarisch fest, daß die Zinsen von 124,371 Thlr. zur
Unterstützung von Armen verschiedener Art verwandt werden sollen.
Die Stiftung steht unter Aufsicht des K. Polizei-Präsidiums.