Full text : Preußisches Landbuch

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Schwestern  des  Erblassers,  in  besten  Ermangelung  für  zwei  Handwerks-Lehrlinge
  aus  seiner  Familie,  event,  von  anderen  Eltern  aus  den
Dörfern  Mersch  und  Pattern,  jedoch  nur.  von  katholischer  Koufession.
Verwalter  der  Stiftung  ist  die  Atinen  -  Anstalt  der  Pfarrei  Mersch
(Jülich).
Rheinische  Friedrich-Wilhelins-Universität  zu  Bonn.
Von  König  Friedrich  Wilhelm  III.  im  Jahre  1818  gestiftet  und  dotirt-Die
  Städte  Koblenz,  Sinzig,  Andernach,  die  Land-Gemeinden  der
Bürgermelsterei  Andernach,  die  Gemeinden  Kobern,  Dieblich  und  Güls
stifteten  ansehnliche  Geld-  und  Freitisch-Stipendien;  von  den  in  der
Rheinprovinz  vorhandenen  Studien-Stiftungen  wurde  ein  nicht  geringer
Theil  den  Studirenden  der  neuen  Uuiversität  überwiesen.  Im  Jahre
1863  wurden  verwendet:  a)  auf  Geld-Stipendien  und  Freitisch-Vergütungen ­
  12,967  Thlr.  ;  b)  auf  außerordcutliche  Unterstützungen  2825
Thlr.;  c)  auf  Stipendien  aus  Stiftungen  1302  Thlr.;  d)  auf  den
etatmäßigen  Zuschuß  zur  Unterhaltung  des  Konviktoriums  für  die
Studirenden  der  katholischen  Theologie  3600  Thlr.,  im  Ganzen  20,694
Thlr.  Das  ganze  fundirte  Kapital-Vermögen  des  Unterstützungs-Fonds
belief  sich  auf  31,000  Thlr.  Zu  den  Instituten  der  Universität  gehört
1)  das  „evangelisch-theologische  Stift",  dessen  Bestimmung  dahin  geht,
einer  Anzahl  von  IO—12  ausgezeichneten  Studirenden  der  ev.  Theologie ­
  die  Gelegenheit  zu  geben,  sich  in  wistenschaftlichem  Zusammenleben ­
  unter  Aufsicht  der  evangelisch-theologischen  Universität  wirksamer,
als  cs  durch  den  Besuch  von  Vorlesungen  und  durch  Privat-Studium
geschehen  kann,  sowohl  für  den  praktischen  Dienst  der  evang.  Kirche,
als  für  den  akademischen  Lehrberuf  in  der  Theologie  vorzubereiten!
Die  Mitglieder  haben  Wohnung,  Beleuchtung,  Heizung,  sowie  Wäsche
und  werden  diese  Emolumente  ihnen  bei  der  Vertheilnng  anderer  akademischer ­
  Beneficien  nicht  angerechnet.  2)  Das  katholisch-theologische
Konviktorittin;  cs  enthält  an  90  Theologen,  von  denen  zwei  Drittheile
theils  erzbischöfliche,  theils  königliche  Stipendien  genießen.  3)  Die
Profestoren-Wittwen-  und  Waisen-Versorgnngs-Anstalt,  mit  IO  000
Thlr.  ursprünglich  dotirt  und  mit  einem'jährlichen  Huschust  von  *500
Thlr.  Die  Pension  einer  Wittwe  beträgt  240,  die  des  Kindes  60
(für  zwei  100,  für  drei  120)  Thlr.;  Erhöhungen  sind  mit  der  Zunahme ­
  des  Fonds  nicht  ansgeschloffen.

Rheinische  Missions-Gesellschaft,
um  das  Jahr  1818  in  Barmen  als  Hülfsverein  der  Baseler  Missions-Gesellschaft
  begründet.  Gab  seit  1826  ein  in  alle  Erdtheile  verbreitetes ­
  „Missionsblatt"  heraus,  begründete  1827  ein  selbstständiges  unabhängiges ­
  Missions-Seminar  und  trat  darauf  mit  mehreren  andern
Missions-Gesellschaften  (zu  Elberfeld,  Köln,  Wesel,  Tecklenburg,  Oberlingcn
  rc.)  zu  einer  „Rheinischen  Missions-Gesellschaft",  nächst  Berlin
der  einzigen  Haupt-Gesellschaft  im  Lande,  zusammen,  welche  Stationen
in  Afrika  und  Asien  begründete.  Eine  neue  evang.  Kirche  nub  ein
            
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