Full text : Preußisches Landbuch

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wißheit  lohnenden  Erwerbes  zu  geben  und  sie  vom  Betteln  abzuhalten.
Sie  fertigen  Leib-  und  Bettwäsche  rc.  an  und  wohlthätige  Einwohner
zeichnen  monatliche  Beiträge,  wofür  sie  gegen  einen  billigeren,  als  den
gewöhnlichen  Ladenpreis  in  offenen  Geschäften  die  ihnen,  sei  es  zum
Gebrauch  fürs  eigene  Gesinde,  sei  es  zn  Geschenken  oder  zu  billigerer
Erwerbung  für  würdige  arme  Familien  gefälligen  Artikel  zum  Betrage
der  eingezahlten  Summe  entnehmen  können.  Für  fleißige  Arbeiterinnen,
die  bei  großer  Familie  durch  ihrer  Hände  Arbeit  das  Erforderliche
nicht  beschaffen  können,  sotten  Prämien  gewährt  werden.  Seit  1802
ist  die  Beschäftigung  auch  auf  Männer  ausgedehnt,  welche  mit  Stroüflechten
  beschäftigt  werden.
Siegfried  Beschütz,
Kaufmann,  und  dessen  Ehefrau  Philippine  geb.  Brandenburg  begründeten ­
  bei  der  Alterversorgungs-Anstalt  der  jüdischen  Gemeinde  zu
Berlin  (s.  d.)  eine  Special-Stiftnng  für  zwei  Hospitaliten.  Nach  der
Urkunde  vom  6.  Februar  1855  soll  das  Stiftungs-Kapital  so  viel  betragen, ­
  daß  die  Zinsen  jährlich  216  Thlr.  ergeben.
B  es  tausche  Stiftung.
Dr.  Matthäus  Be  skan  zu  Torgau  legirte  200  mfl.  zu  einem  Stipendium ­
  bei  der  damalige»  Universität  Wittenberg  (jetzt  Halle-Wittcnberg)
  im  Betrage  von  jährlich  etwa  32  Thlr.  Das  Denominationsrecht
  steht  den  Verwandten  des  ehemaligen  Propstes  in  Kemberg,  M.
Matthäus  Blochin  g  er,  und  des  Rathsmitgliedcs  zu  Torgau,  Bartholomäus ­
  Fuhrmann,  zu,  so  daß  diese  Familien  wechselsweisc  alle  vier
Jahre  einen  Perzipienten  aus  ihrer  Mitte  zu  ernennen  haben,  welcher
jedoch,  wenn  er  nicht  mit  einem  Zeugnisse  der  Tüchtigkeit  schon  versehen ­
  ist,  sich  vor  Erlangung  des  Benefizi!  einer  Prüfung  zu  unterwerfen ­
  hat.  (Koch  II.  443.)
Besseruugs-  und  Bewahr-Anstalt  zu  St.  Paulin.
Von  dem  Bischof  Arnaldi  zu  Trier  im  Jahre  1857  aus  ihm  gemachten ­
  Schenkungen  für  die  Diöces  Trier  gegründet  und  von  barmherzigen ­
  Schwestern  des  Ordens  vom  guten  Hirten  geleitet.  Das  Institut ­
  hat  gleich  andern  in  der  Rhcinprovinz  und  Westphalen  bestehenden ­
  Besserungs-  und  Bewahr-Anstalten  für  weibliche  Personen  den
Zweck,  solchen  Individuen  eine  Zufluchtsstätte  zu  gewähren,  welche  entweder ­
  schon  sittlich  gesunken  sind  oder  in  Gefahr  schweben,  einem  leichtsinnigen ­
  Leben  anheimzufallen,  mit  durch  zweckmäßige  Beschäftigung  und
religiöse  Uebungen  auf  deren  Besserung  einzuwirken  und  dieselben  zu
nützlichen  Mitgliedern  der  Gesellschaft  zu  machen.  Auch  verwahrloste
Kinder  finden  Aufnahme  zum  Zweck  der  Erziehung  und  werden  dieselben ­
  von  jenen  Personen  völlig  getrennt.  Nur  solche  werden  aufgenommen,-welche ­
  entweder  von  freien  Stücken  darum  bitten,  oder  von
deren  Eltern  respektive  Stellvertretern  oder  von  der  gesetzlichen  Obrigkeit ­
  der  Anstalt  übergeben  werden.  Wünscht  eine  solche  Person  nach
ihrer  Aufnahme  wieder  auszutreten  und  bleibt  ungeachtet  aller  liebe-
            
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