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Siedlersches Legat.
Kapital 400 Thlr. Von den Zinsen werden jährlich zwei Konfirman
den in der Stadt Weißensee, ein Knabe und ein Mädchen gekleidet.
Siefert,
Geh. Hofrath und Rendant der General-Staatskaffe zu Berlin, (+
1831) ein Zögling des Schindlerschen Waisenhauses, und deffen Gat
tin geb. Potter vermachten ihr gesammtes Vermögen, nach Abzug
einiger Legate, dem Schindlerschen Waisenhause. Das Kapital-Ver
mögen beträgt über 48,000 Thlr. und steht die Verwendung deffelben
dem Kuratorium des Waisenhauses zu.
Fran Siefert,
Prediger-Wittwe, geb. Siebecke (f 1832) legirte in ihrem Testamente
der St. Georgen-Kirche zu Berlin 2000 Thlr., um mit den Zinsen die
Wittwen und Waisen ihrer Prediger zu unterstützen. Der Kapital-
Fonds ist seitdem durch Ersparnisse rc. vermehrt worden.
S i e g i s m u n d sche Stipendieii-Stiftung,
bei der Universität-Halle-Wittenberg. Das von der Hof-Wehmutter
Si e g is mu nd, geb. Dietrich zu Berlin mit 1000 Thlr. legirte
und für einen Verwandten des Predigers Daniel Bandirò zu Berlin,
event, für einen Studirenden aus der Stifterin oder ihres Ehemannes
Familie, event, für einen Schlesier oder Märker ev. Religion,-vorzüg
lich für einen Theologie Studirenden bestimmte Stipendium wird auf
zwei Jahre verliehen. Der Beneficiai muß jährlich am Tage der Fundation,
16. Juni, eine lateinische Rede halten, zu welcher durch ein Programm
eingeladen wird. Die Einnahme der Stiftung betrug im Jahre 1838
bereits 104 Thlr. (Koch I. 445.)
Sieg m und sche Stiftung zu Adendorf (Mansfeld).
Die Kamttter-Rath Sic g mund scheu Eheleute begründeten zu Adendorf
(1841) letztwillig eine Armenkasse mit der Maßgabe, daß aus den Zin
sen von 2000 Thlr. diejenigen Dienstboten des Gutes oder Tagelöhner-
Familien desselben, welche ihm wenigstens zehn Jahre treu, ehrlich und
fleißig gedient haben, angemessene Belohnungen und Unterstützungen er
halten sollen. Die Verwaltung des Fonds steht der Gutsherrschaft zu.
Joh. Thomas Si e mon,
Kammerdiener zu Kassel (ş 1835) legirte 13OO Thlr. in Preuß. Kour.,
deren Zinsen zur Erziehung armer Kinder im Kornmesser scheu
Waisenhause zu Berlin (s. d.) verwendet werden sollen. Das Kapital
wird bei dem Provinzial-Schulkollegium verwaltet.
Graf Sierstorpffsche Stiftung.
Der 1840 zu Koppitz (Grottkau) t Graf v. Sierstorpff setzte letzt
willig 1200 Thlr. aus, wovon die Zinsen jährlich an seinem Sterbe
tage in der dortigen Pfarrkirche nach zuvor gehaltenem Gottesdienst in
Gegenwart des zeitigen Pfarrers und nach Befund des jedesmaligen