Full text: Preußisches Landbuch

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bemittelte Bewohner der Stadt, dessen Monats-Einkommen 20 Thlr. 
nicht übersteigt. Die den Mitgliedern zu gewahrende Zinsvergütigung 
wird dadurch gewonnen, daß die Kämmcrcikasse die Einlagen wöchentlich 
vom Vereins-Rendanten übernimmt und mit { Pf. pro Thaler und 
Woche verzinset, zu welcher Zinsen-Einnahme dann am Schlüsse der 
Sparzeit verschiedene Gönner der Anstalt einen kleinen Beitrag leisten. 
Außerdem gewährt die Kommune den bedürftigsten Mitgliedern des 
Vereins jährlich unter Abrechnung von den bei der Kämmereikaffe ge 
machten Einzahlungen eine Quantität Brennholz aus dem Stadtforst 
zu bedeutend herabgesetzten Preisen und zahlt außerdem noch baar 15 
Thlr. pro Jahr zur Deckung der Verwaltungskosten, als Drucksachen, 
Insertionen u. s. w. 
min -j,, Sparer-Verein zu Kleve. 
1850 gegründet, hat er den Zweck, unter der arbeitenden Klaff» des 
Orts die Sparsamkeit zu befördern und zu erleichtern. An der Spitze 
des Vereins stehen mehrere gemeinnützig gesinnte Männer der Stadt, 
welche den Vorstand bilden und — aus den freiwilligen jährlichen Bei 
trägen von 1 Thlr., welche bei denjenigen, die sich dazu verpflichtet 
haben und dadurch Ehren-Mitglieder des Vereins geworden sind, ein 
gesammelt werden, — die betreffenden Sparer bei Rückgabe ihrer 
Einlagen prämiiren. Theilnchmer an der Wohlthat des Vereins sind 
alle Mitglieder der arbeitenden Klaffe, welche sich zu einem wöchent 
lichen Beitrage von mindestens 2 Sgr. verpflichten. Wer am Schluffe 
der halbjährigen Spar-Periode 21-, 5, 7 oder 9 Thlr. und darüber 
erspart hat, erhält als Prämie 2, resp. 4, 6, 8 Sgr. Der Verein 
zählt 130—200 Sparer, welche 1800—2000 Thlr. einlegen und etwa 
40 Thlr. an Prämien erhalten. 
Spechtsches Stipendium zu Stolp, 
Eine alte Stiftung, vont Magistrat verwaltet. Das Kapital belief sich 
um das Jahr 1800 auf 737 Thlr. 
Speicher-Armenkasse zu Danzig. 
Eine seit 1633 bestehende aus freiwilligen Beiträgen gebildete Stif 
tung zur Unterstützung solcher Kaufleute, die in Danzig unter den 
Speichern offene Läden halten (Speicher-Kaufleute), durch unverschuldete 
Unglücksfälle und Verluste im Handel verarmt und als unbescholten 
allgemein bekannt sind. Das Grund- und Kapital-Vermögen lieferte 
im Jahre 1826 einen Ertrag von 587 Thlr. Die Stiftung hat unterm 
6. November 1828 die Staatsgenehmigung und Korporations-Rechte 
erhalten. 
Speise-Anstalt zu Aachen. 
Ein unter spezieller Leitung der geistlichen Schwestern vom Orden 
des h. Franziskus stehendes Institut, durch welches der arbeitenden 
Klaffe Gelegenheit dargeboten ist, sich mit verhältnißmäßig geringen 
Kosten schmack- und nahrhaftes Mittag-Essen zu verschaffen. Der
	        
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