Full text: Preußisches Landbuch

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erwerben, nachdem sie schon einigermaßen praktisch in der Landwirth 
schaft geübt sind; 2) Studirenden der Rechts-, Staats- und Kameral- 
Wissenschaft Gelegenheit darbieten, sich für den künftigen Staatsdienst 
in einem Grade und einer Art vorzubereiten, wie es auf Universitäten 
allein nicht möglich ist. Die Anstalt steht mit der Universität Greifs 
wald in Verbindung. Auf je 7 Studirende kann bei erwiesener Dürf 
tigkeit Einem Honorar-Erlaß zu Theil werden, nachdem er sich wenig 
stens ein Semester auf der Akademie aufgehalten und gut geführt hat. 
Zur Ausbildung für das Fach der Domainen-Verwaltung werden an 
Studirende der Akademie vom Königl. Finanz-Ministerium auch jähr 
liche Stipendien, vorzüglich an qualisicirte Söhne von Domaincn-Rent- 
beamten, und falls solche nicht vorhanden, ausnahmsweise auch an 
Andere verliehen. Hiermit ist gleichzeitig Honorar-Erlaß verbunden. 
Stadt- oder Raths'Bibliothek zu Magdeburg. 
Tie enthält mehr als 10,000 Bände, wird fortwährend vermehrt und 
steht wöchentlich zweimal zur unentgeltlichen Verleihung der Bücher an 
die Bürgerschaft offen. 
v. Stägemanu, 
Wirkl. Geh. Rath zu Berlin (f 1840) überwies 1838 dem Kurato 
rium des Schindle rschen Waisenhauses ein Kapital, bestehend aus 
den bei der Feier seines 50 jährigen Staatsdienstes zusammengebrachten 
7500 Thlr. zur Verwaltung, aus desien Zinsen nach dem Statut vor- 
luusig zwei Universitäts-Stipendien, jedes zu 150 Thlr. jährlich ver- 
abrelcht werden. Sie werden auf 4 Jahre ertheilt, so daß nicht noth- 
wendlg mit dem Schluß des akademischen Studiums der Genuß des 
Stipendiums aufhört. Das eine ist für die Familie des Stifters be- 
stlmnit, das andere wird für Zöglinge des Waisenhauses, die auf einer 
Preußischen Universität studiren, oder, wenn zur Zeit der Vakanz 
solche nicht vorhanden sind, anderweitig nach dem Ermesicn des Kura- 
t°nnm« erteilt. Ein Theil bet Zinsen wird juv BeistÖrlmig des 
Sopitali verwendet und es ist schon seil 1858 ein drittes Stipendium 
fundlrt. 
Samuel Ludwig Stahn, 
Ober-Amts-Regierungsrotl, zu Glvgou (f 1788), setzte letztwillig 8000 
"à' zunächst die Töchter seines Bruders Samuel Gott- 
f . nach deren Ableben aber derjenige männliche Descendent 
I ne Großvaters Samuel Stahn, der secundum jus primogeni- 
»r,io ob zwar per föfeminas der nächste sein wird, die Interessen zu 
genießen haben soll. sollte aber die Nachkommenschaft seines Groß- 
va ers ganz anssterbcn, so sollen die Nachkomnlen seines Schwicger- 
a crs Ferdinand Böhme unter gleichen Bedingungen zu dem Zinsen- 
gnulß gelangen, die Descendenz der Frau Hauptmann v. Selz er, 
vriederike Juliane, geb. Hoffmann, aber den Vorzug haben. 
Otainents-Epekutor ( 1865) Justizrath Roseno zu Glogau. — Stahn 
^"machte ferner dem Gymnasium zu Liegnitz 7000 Thlr., begründete 
auch eine Stiftung für Wittwen, deren Ehemänner als Mitglieder der
	        
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