Full text : Preußisches Landbuch

baren  Personen  weiblichen  Geschlechts  27,000  Thlr.  Der  letztwilligen
Bestimmung  gemäß  hat  die  Bildung  einer  besonderen  Abtheilung  für
diese  16  Stellen  im  Hospitale  mit  der  Inschrift:  „Mathilden-Stistung"
  stattgefunden,  welche  Benennung  und  Bezeichnung  dieser  Stiftung ­
  für  ewige  Zeiten  verbleiben  soll.  2)  Abgesondert  von  den  übrigen ­
  Arme«fonds  wird  bei  der  städtischen  Haupt-Stiftungs-Kasse  unter
der  Benennung  „Bet  hg  esche  Stiftung"  mit  einem  Kapital-Vermögen
von  24,100  Thlr.  (j  der  einen  Hälfte  des  Nachlasses)  eine  Stiftung
verwaltet,  deren  Revenüen  zur  Unterstützung  bedürftiger,  kränklicher  und
nnverheiratheter  Beamten-Töchter,  welche  einen  moralisch  guten  Wandel
geführt  haben,  auch  der  hiesigen  Stadtgemeinde  angehören,  zu  verwenden ­
  sind.  Jede  Unterstützungs-Rate  ist  auf  100  Thlr.  jährlich,  monatsweise ­
  zahlbar,  festgesetzt  worden.  Ferner  ist  3)  der  Haupt-Stiftungs-Kasse
  ein  Fonds  mit  einem  Kapital-Vermögen  von  18,700  Thlr.
(f  der  einen  Hälfte  des  Nachlasses)  überwiesen,  dessen  Zinsen  zur  Unterstützung ­
  wirklich  verschämter  Armen  verwendet  werden  sollen.  End
lich  wird  4)  zur  Sicherstellung  der  lebenslänglichen  Renten  für  bestimmte ­
  Personen  ein  Kapital  von  8800  Thlr.  gleichfalls  bei  der  Haupt-Stiftungs-Kasse
  in  einer)!  besonderen  Fonds  geführt,  um  aus  den  Zinsen ­
  zu  4  pEt.  die  jetzt  (1862)  noch  zu  zahlenden  Renten  mit  jährlich
352  Thlr.  zu  entnehmen.  Die  durch  Auöstcrben  von  Renten-Empsängern
  disponible  gewordenen  6250  Thlr.  an  Kapital  sind,  der  letztwilligen
  Anordnung  gemäß,  jeder  der  Stiftungen  zu  1.  und  2.  zugeschlagen ­
  worden,  was  mit  den  noch  vorhandenen  8800  Thlr.,  wie
solche  nach  und  nach  disponible  werden,  ebenfalls  geschehen  wird.  Die
Universität  Berlin  erhielt  5)  10,260  Thlr.  überwiesen,  aus  deren  Zinsen ­
  9  Studirende  freien  Tisch  mit  Ausnahme  der  Ferienzeit  erhalten
sollen;  8)  das  Nikolaus-Bürgcr-Hospital  8000  Thlr.  zur  Begründung
neuer  Stellen;  7)  die  Wilhelminen-Amalien-Stiftung  6500  Thlr.;
8)  der  Verein  zur  Erziehung  sittlich  verwahrloscter  Kinder  14,000
Thlr.  u.  s.  w.  In  der  Stadt  Eharlottcnbnrg,  wo  die  Erblasserin  den
Sommer  zuzubringen  pflegte,  vermachte  sie  a)  dem  Waisenhause  3830
Thlr.  ;  b)  dem  Krankenhause  und  dem  damit  verbundenen  Hospitale
3830  Thlr.  ;  c)  der  Stadtschule  3830  Thlr.  ;  d)  der  Erwerbschule
3830  2#.
Beth  ha  Midrasch.
In  Berlin  bestehen  ttlilde  Stiftungen  a)  des  Beth  ha  Midrasch-Vereins. ­
  Sie  ist  eine  für  die  Erforschung  und  das  Studium  der  Quellen
der  jüdischen  Religion  bestimmte  gemeinnützige  Anstalt  (Lehrhaus,
Seminar,  Gymnasium),  welche  unbemittelte  jüdische  Gelehrte  unterstützt ­
  und  in  den  Stand  setzt,  die  rabbinischen  Werke  selbst  zu  studiren.
Sie  besteht  ohne  ausdrückliche  Sanktion  des  Staats  seit  länger  als
hundert  Jahren,  ist  eine  Gemeinde-Anstalt  und  unterliegt  der  Aufsicht
der  Aeltesten  der  Judcnschaft  und  der  städtischen  Schul-Deputation.
Die  Statuten  des  Beth  ha  Midrasch-Vereins  sind  von  1768.  Das
Vermögen  der  Anstalt  belief  sich  im  Jahre  1846  auf  7000  Thlr.  und
ist  seitdem  durch  Vermächtnisse  von  Goldschmidt  und  Ruben  Marcus
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.