Full text: Preußisches Landbuch

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Verein 1000 Thlr. zur Verwendung der Zinsen bei Errichtung neuer 
ev. Kirchen-Systeme in Schlesien. 
Streit sche Stiftung, 
Sigismund Streit, aus Berlin gebürtig, Kaufmann in Venedig (t 
zu Padua 1775), vermachte 1752 und 1760 dem Berlinischen Gym 
nasium zum grauen Kloster sein ganzes, auf 148,000 Thlr. sich be 
laufendes Vermögen. Dem Testamente gemäß wurden neue Lehrer- 
stellen gegründet,' die Gehalte der Lehrer erhöht, Freitische und Sti 
pendien errichtet, und insbesondere den im Gymnasium in der sogen. 
Kommunität zusammen wohnenden Schülern mancherlei Unterstützungen 
gewährt; zur Erhaltung und Mehrung der Bibliothek und anderer In 
stitute des Gymnasiums, insonderheit der Wittwenkaffe desselben, für 
Neubauten rc. finden ebenfalls Verwendungen statt; ein Arzt und ein 
Wundarzt werden von der Stiftung besoldet. Ein Direktorium führt 
die Verwaltung und der Propst an der St. Nikolai-Kirche führt in 
demselben den Vorsitz. Die Stiftung, deren Kapital sich bis auf 
220,000 Thlr. vermehrt hat, zahlt zur Unterhaltung der Wohn-Kom 
munität für Schüler, welche dort freie Wohnung, Heizung und Er 
leuchtung haben, incl. der Besoldung der Aerzte rc., jährlich 600 Thlr.; 
zur Unterhaltung eines täglichen Mittags-Freitisches für 24 Schüler 
und Abendtischgelder 1825 Thlr.; zu Prämien, Geld- und Bücher- 
geschcnkcn 280 Thlr., zusammen 2705 Thlr. Ferner zahlt die Stif 
tung jährlich bis zu 1100 Thlr. für 18—20 Universitäts-Stipendien, 
die etwa 60 Thlr. betragen und zunächst immer nur auf ein Jahr, in 
besonderen Fällen jedoch auch auf 2 bis 3 Jahre bewilligt werden. 
Ş. auch v. Regcmann, Seidel, Stein rc. 
Streuffsche Fundation zu Esten, 
)u frommen und mildthätigen Zwecken. Vermögen in Grundstücken 
65,000, in Fonds 3600 Thlr. Es werden jährlich etwa 530 Thlr. 
verwendet. ' l ' "' 
Joh. With. Stricker, 
katholischer Pfarrer zu Ober-Pleiß (im Sicgkreise) (t 1834), legirte 
u. A. dem dortigen Armen-Fonds 1000 Thlr. mit der Bestimmung, 
daß die davon aufkommenden Zinsen zur Bekleidung armer Schulkinder 
verwendet werden sollten. 
Striez sche Stiftung zu Potsdam, . 
bei Gelegenheit des 50 jährigen Amts-JubiläumS des Geh. RegierungS-, 
Konsistorial- und Schul-RatheS Striez am 1. Mai 1865 aus Bei 
trägen der Geistlichen und Lehrer, der Magistrate und Kirchen-Patrone 
ñestiftkt, um Lehrer-Wittwen und Waisen zu unterstützen. Sie schließt 
den Bestrebungen des Pestalozzi-Vereins sich an und hat am 4. Juli, 
dem Geburtstage des Jubilars, die erste Zinsrate von 32 Thlr. an 
sechs Lehrer-Wittwen mit je 5 bis 6 Thlr. vertheilt. Die Stiftung 
bat (1865) einen eisernen Fonds von 1600 Thlr. in 4procentigen 
Pfandbriefen. Für dir Verwaltung ist ein Kuratorium gebildet, deffen 
Vorsitzender zur Zeit der Jubilar ist.
	        
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