Full text: Preußisches Landbuch

totrb ti°n den Professoren der Wittenberger Stiftung auf Vorschlag des 
geistlichen Ministeriums der Stadt Bclgern vergeben; zum Genusse ge 
langen Jünglinge aus der Familie des Stifters'und seiner Frau, event, 
armer Bürgerkinder aus der Stadt Bclgern, oder der Nachbarschaft, 
oder aus dem Meißner Kreise. 
Johanne Thicker, 
Wirtschafterin (+ 1850) vermachte der städtischen Kranken-Anstalt zu 
şitschkau 1200 Thlr. mit der Bestimmung, daß die Zinsen davon zur 
Verpflegung der Kranken verwendet würden. Zugleich verpflichtete die 
Erblasserin ihren Universal-Erben, der Anstalt auf seinen Todesfall 
oO0 Thlr. zu gleichem Zwecke zuzuwenden. — Sie legirte ferner 500 
^hlr. zu einer Fundation, von deren Zinsen jährlich 8 katholische Arme 
oer Stadt Frankenstein unterstützt werden sollen. Administrator ist der 
Orts-Pfarrer. 
ThiemannscheS Stift zu Schönebeck, 
von dem Bürger Hans Thiemann 1636 gestiftet. Es nimmt 6 alte 
'Ol'irger auf, welche gegen ein Einkaufsgeld von 50 Thlr. freie Woh 
nung , Licht, Brotgetreide, 18 Thlr. baares Geld erhalten und Garten 
benutzung haben. Die Verwaltung steht unter Aufsicht des Kirchen- 
Kollegiums zu St. Jakobi. (Hermes II. 52.) 
Christian Thier, 
Hofgerichtsrath zu Königsberg setzte 1752 den akademischen Senat da- 
lelbst und die Hofgerichts-Advokaten als einen Komplexus zu seinen 
Erben ein, und verordnete, daß von dem Vermögen (7000 Thlr.) die 
Universität jährlich 50 Thlr., die Advokaten 300 Thlr. erhalten soll 
en, jene 50 Thlr. aber unter den Rektor, den Stipendien-Kurator und 
ore Stipendiaten zu gleichen Theilen vertheilt würden. Bei dem Tode 
des Stifters (1758) bestand seine Verlassenschaft in 24,200 Thlr. 
<>°n den Zinsen erhielten im Jahre 1838 (Koch II. 560) die Stipen 
gten 846 Thlr. 
Thierarznri'Schule zu Berlin, 
gegründet und 1838 reorganisirt. Diese Anstalt^ hat die Be- 
i "ņnlung, Thierärzte zu bilden und die oberste begutachtende Behörde 
allen veterinair-ärztlichcn Angelegenheiten des Staats zu fein. In 
selben erhalten 111 Militair-Roßarzt-Eleven freien Unterricht, freie 
zsîotìon und 7 Thlr. monatlich, sie müssen aber für jedes Jahr in der 
vstalt 2 Jahre als Unter-Roßärzte in der Armee dienen. Die bei 
fl* Anstalt immatrikulirten Civil-Eleven zahlen halbjährlich 16 Thlr. 
L r ben Unterricht. — Seit 1856 besteht die Einrichtung, daß kranke 
'Lş^thiere, mit Ausnahme von Pferden und Hunden, auch in den 
fallen der Besitzer in tierärztliche Behandlung genommen werden 
onnen, und zwar nicht blos in Berlin, sondern in den umliegenden 
2-^îsen. Die Unterhaltung der Anstalt kostete im Jahre 1858 30,644 
^vlr., die Hälfte davon mußte der Staat zuschießen.
	        
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