Full text: Preußisches Landbuch

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an sedò unbescholtene Arme der Gemeinde vertheilt werden sollen. Er 
vermachte ferner der Schule zu Bischdorf 300 Thlr., von deren Zin 
sen ļ zu Schulgeld für arme fleißige Schulkinder und ¡ zur Hälfte zu 
Prämiin für gesittete und fleißige Schüler an der Schulprüfung und 
zur Hüfte zu Lernmitteln für arme Schüler verwandt werden sollen; 
sowie der Kirche zu Altenlohm 100 Thlr., wovon die Zinsen an vier 
christliche Arme der Kirchgemeinde zum heiligen Weihnachtsfeste vertheilt 
werden sollen. 
Joh. Gottfr. Thomas, 
Halohüfner zu Friedersdorf (Görlitz) und dessen Ehefrau legirten (1857) 
der dortigen Ortsarmenkasse 500 Thlr. mit der Bestimmung, daß die 
Zinsen alljährlich (am ThomaS-Tage) an Arme der Gemeinde vertheilt 
werden jollen. 
ThorerfcheS Vermächtnis;. 
Die in Aörlitz f Gattin des Stadtältesten Th or er, geb. Schänder 
legirte dw Stadt 250 Thlr.: die Zinsen sollen dazu verwendet werden, 
um einen, und wenn sie dazu ausreichen, mehreren Mädchen, und zwar 
vorzugsneise Töchtern bedürftiger, redlicher und fleißiger Kürschner- 
meister, u deren Ermangelung aber Töchtern bedürftiger, redlicher und 
fleißiger Schneidermeister daselbst, den Besuch einer Spiel- oder Vor 
bildungsschule bis zum Eintritt in das schulpflichtige Alter zu ermög 
lichen. 
Christian Thywissen, 
Tuchfabrik«» zu Aachen und seine Ehegattin übereigneten (1863) der 
dortigen Arnen-Berwaltuug 2000 Thlr. zur Unterstützung verarmter 
Handwerker md Gcwerbctreibcndeu. 
Tiedge-Stiftung zu Dresden. 
Sie erstreckt hre Wirksamkeit auch auf Preußen und besaß im Jahre 
1864 ein Stamm-Vermögen von 166,000 Thlr., aus desien Zinsen 
1863 achtzchn statutenmäßige größere nnd kleinere Unterstützungen au 
hülfsbcdttrftge Dichter und Künstler, sowie an Wittwen und Kinder 
solcher in d«e Gesammt-Summe von 2625 Thlr. abgegeben wurden. 
T i l e b e i n sche Jungfrauen-Stiftung. 
8nr unversorgt und unverheirathet gebliebene Töchter, von der 1834 
Zurücklasimg eines Vermögens von 200,000 Thlr. in Stettin + 
^rw. Geh. Kmimcrzicn-Räthin Tiled ein, geb. Pepin, begründet. 
Das Institut pll ins Leben treten, sobald die theils durch Zinscnzu- 
schlag, theils lurch das Absterben von Renten-Legatarien zu erwartende 
Vermehrung dlS Stiftungs-Kapitals bis auf wenigstens 130,000 Thlr. 
^reicht ist Aufnahmefähig sind Töchter würdiger Familien königlicher 
"nd städticher Beamten, sowie von Kaufleuten, gebildeten Handwerkern 
der Stad Stettin und Töchter zurückgekommener bürgerlicher Land- 
wirthe ms Vor- und Hintcr-Pommern. Die Bcncficiaten sollten jede 
bin eignes Zimmer mit Kammer und zu ihrem Lebens-Unterhalt jähr 
lich 20) Thlr. erhalten. Das Institut ist der Stadt Stettin und ihren
	        
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