Full text: Preußisches Landbuch

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für Mitglieder jüdischer Religion bestimmt, dehnte der Verein ferne 
Wirksamkeit später aus, so daß jedes majorenne Individuum von unbe 
scholtenem Rufe ohne Rücksicht des Geschlechts und des Religions- 
Bekenntnisses, in und außerhalb Königsberg Aufnahme fand und der 
Zweck dahin ging, unbescholtenen, thätigen aber unbemittelten Mlt- 
gliedern eintretenden Falles eine Hülfe durch unverzinsliche Darlehne 
gegen Unterpfand oder Bürgschaft, und ausnahmsweise auch ohne solche 
Sicherheit, sowie durch Unterstützungen, ohne einstweilige Rückzahlungs 
Verpflichtung bei Unglücksfällen, Krankheiten, Altersschwäche rc. zu ge 
währen. Im Jahre 1857, wo der Verein 241 Mitglieder zählte, dre 
außer einem Eintrittsgeld? bei der Aufnahme regelmäßige fortlaufende 
Beiträge zahlten, wurden dem Verein die Rechte der juristischen Person 
verliehen. 
Johann Urban, 
Auszügler zu Laskowitz (Ohlau) (t I860), vermachte a) der evang. 
Kirche'daselbst 300 Thlr. mit der Bestimmung, daß dle Zinsen davon 
zur Beschaffung und Unterhaltung der Mäntel, welche bei Begräbniffen 
daselbst der Todlengräber, der Kreuz- und Leichenträger umzunehmen 
pflegen; b) der evang. Schule 100 Thlr. mit der Anordnung, daß die 
Zinsen für arme Schulkinder zur Beschaffung von Büchern oder 
Kleidungsstücken verwendet werden sollen. 
Thomas Ignatz Urban, 
Kaufmann (f zu Breslau 1858), setzte letztwillig 1) zur Begründung 
einer Anstalt zur Aufnahme Obdachsloser in der Gemeinde Langenau 
(Habelschwcrt) 250 Thlr. und 2) zur Unterstützung armer Schulkinder 
in der Gemeinde 500 Thlr. aus. 
Ursulinerinnen-Kloster zu Berlin. 
Dasselbe ist 1857 gegründet, und enthielt im August 1859 einen Kon 
vent von 17 Mitgliedern, 9 Chor- und Schnlfranen, 3 Novizinnen 
und 5 Laienschwestern. In den von den Ursulinerinnen geleiteten An 
stalten wurden damals 22 Pensionärinnen und 56 Waisenkinder erzogen: 
die höhere Töchter-Schule zählte 100, die Elementar-Schule 142 Şş 
lerinnen. S. Kath. Waisen-Jnstitut. 
Ursulinerinnen-Kloster zu Breslau. 
Die Stiftung deffelben fällt in das Jahr 1687 und ging von drei 
Nonnen aus, welche damals von Preßburg hierher kamen und mn 
Unterstützung der geistlichen und weltlichen Behörden und durch milde 
Beiträge sich in den Stand gesetzt sahen, die nöthigen Gebäude zu er 
werben und das Kloster zu begründen. Die Anstalt hat sich vieler 
Zuwendungen zu erstellen gehabt und die Schwestern besorgen şş 
eine sechsklassige Elementar-Schule mit über 600 Kindern, eine vier- 
klassige höhere Töchter-Schule, ein vierklasstges Pensionat und ein 
Kleinkinderbewahr-Anstalt. 
Ursulinerinnen-Kloster zu Düren. 
Ein Erziehungshaus für Mädchen, bestehend in einem Pensionat, dessi"
	        
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