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enthält, soll befohlen haben, daß alle Jahre an seinem Todestage
(6. Januar) ein kirchliches Gedächtnißfest stattfinden und Semmel,
Brot und Würste unter die Armen vertheilt werden. König Friedrich
Wilhelm IV. schenkte zur Aufrechthaltung dieses Gebrauchs 1000 Thlr.,
die vom Presbyterium und Armen-Vorstande verwaltet werden und von
deren Zinsen die nöthigen Semmeln, Brote und Würste — so weit
diese nicht herkömmlich von hiesigen Bürgern und einzelnen Kolonen
der Landgemeinden geliefert — angeschafft werden.
. Joh. Christian Wilh. Wittig,
Hofbäcker, nachheriger Rentier zu Berlin (1 1844) vermachte 4000
Thlr., deren Zinsen an bedürftige Verwandte, vorzugsweise an zwei
dürftige Descendenten seiner Geschwister je zur Hälfte gezahlt werden
sollen. Die Unterstützung wird auf Lebenszeit verliehen: sterben die
Descendenten aus, so fallen Kapital' ünd Zinsen der Armcn-Direktion
zu ganz freier Verfügung zu.
Lekretair Wittigsche Jubel-Stiftung zu Brieg.
Sie bezweckt die Unterstützung verarmter Wittwen und Waisen von
Kommunal- und Polizei-Beamten zii Brieg und ist 1864 errichtet.
Wittwen Asyl zu Königsberg.
Von der 1858 + Dorothea Henriette Karoline P es arra begründet
und mit dem Grundstücke der Altstalt, Schulgaffc 2, und 2000 Thlr.
dotirt. up'!'*
Wittwen-Fonds für Pfarrer- und Lehrer-Wittwen zu Saarn (Duisburg).
öOK bau s Pfarrer Seyd bei der evang. Gemeinde durch ein
Vermachtniß von 200 Thlr. begründet.
Wittwenhauķ Wernigerode,
1730 aus den Ueberschüsicn des Nikolai-Hospitals fnndirt nnd seit
1850 mit diesem verbunden. Fünf Konventualinnen finden darin freie
Wohnung, Feuerung und beziehen jährlich 52 Thlr. Das Einkaufs-
geld beträgt 125-1 Thlr.
Wittwkn-Kasse der St. Nikolai- mid St. Marien-Kirche zu Berlin.
Im 17ten Jahrhundert gestiftet und von den Predigern beider Kirchen
verwaltet. Sie hat vermöge alter Stiftungen (Lisca Ş. 166) ein
Vermögen von 100,000 Thlr. und zahlt lebenslängliche jährliche Pen
sionen und Mieths-Entschädigungen an Wittwen und unverheirathet
bleibende Töchter verstorbener Mitglieder.
Wittwen-Kasse der St. Petri Kirche zu Berlin.
Vermöge alter Stiftungen reich dotirt. Die Prediger-Wittwen be
ziehen nicht nur eine auskömmliche Pension, cs werden auch den hiuter-
blicdenen mindern Erziehung«- und Verpflegungsgelder und den uu-
verheiratheten Töchtern lebenslängliche Pensionen verabreicht. Ein Ka
pital von 3000 Thlr., ist. zu Stipendien- bestimmt, die von dem
Ministerium der Kirche (vorzugsweise an Söhne der Prediger der Ge
meinde) verliehen werden. (Lisco S. 317.)