Mendel Boas,
Kaufmann zu Schwerin a. W. (f 13. Nov. 1856) und dcffcn Ehefrau
Dore geb. Heymann legirten 4000 Thlr. mit der Bestimmung, dast
die Zinsen davon an den Sterbetagen beider unter jüdische und christ
liche Ortsarme und resp. Anverwandte der Testatoren als Unterstützung
vertheilt werden sollten. Die Verwaltung des Legats und die Verthci-
lung der Zinsen ist den Verwandten der Stifter und in subsidium dein
Synagogen-Vorstande in Gemeinschaft mit den Magistrat übertragen.
Sophie v. Bocholtsche Stiftung zu Rees.
Sic unterstützt Studirendc geistlichen Standes, stattet zwei Mägde bei
der Verheirathung aus und vertheilt Brot unter 50—60 Arme. Ver
mögen in Grundstücken 11,500 und in Fonds 350 Thlr.
I. $>. Bock,
Posament-Lieferant zu Berlin, legirte unter dem 24. Septbr. 1793
dem Schindlerschen Waisenhause 6000 Thlr. unter der Bedingung, daß
die Zahl der Zöglinge um Einen vermehrt werde.
Bocksche Spezialstiftung.
Der Hof-Musikhändlcr Bock (f 1862) zu Berlin, offerirle im Jahre
1854 den Reinertrag, welcher sich innerhalb der preußischen Armee aus
der von ihm veranstalteten Herausgabe der Preis-Märsche ergeben hatte,
und noch ergeben werde, zu einer Spezial-Stiftung zur Unterstützung
der invaliden Militair - Musiker und Spielleute, und zahlte zu
nächst ein voll ihm aus eigenen Mitteln auf die Summe von 200
Thlr. erhöhtes Kapital ein. Die Verwaltung dieser Stiftung, welche
als „die Hof-Musikhändler Bocksche Spezial-Stiftung zur Un
terstützung invalider Militair - Musiker ' und Spielleute, wie deren
Wittwen und Waisen" bezeichnet werden soll, erfolgt beim National-
Dank. In den Jahren 1854 —1861 waren eingenommen durch Con-
zerte '3,145 Thlr., für Preismärsche 393 Thlr., für Schenkungen
412 Thlr., im Ganzen 3950 Thlr., ausgegeben an fortlaufenden Unter
stützungen 548 Thlr., einmaligen Unterstützungen 353 Thlr., extra-
ordinair 61 Thlr., an Honorar für Preis-Märsche 425 Thlr., im
Ganzen 1387 Thlr. Kapitalbestand am 1. Januar 1861 in Staats
papieren und Dokumenten 3950 Thlr., überhaupt 3969 Thlr.
B od esche Stiftungen zu Wernigerode,
vom Hofrath Bod e (t 1823) mit 12000 Thlr. zum Besten des
Gymnasiums zu Wernigerode begründet. Er setzte ferner für zwei
durch Krankheit und Alter invalide gewordene Dienstboten (einen
männlichen und einen weiblichen) zu Wohnung und Holz jährlich je 25 Thlr.
aus; auch kann damit der Einkauf in ein Hospital bestritten werden.
Noch legirte Bo de 60 Thlr., um damit eine arme gesunde Dienst
magd bei ihrer Verheirathung auszustatten. Auch erhält aus der
Bodeschen Stiftung der Armenarzt jährlich 150, der Armen-Wund-
arzt 50 Thlr. Gold.