Full text: Die Zucker-Industrie auf Cuba

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In den Jahren 1882 und 1883 wurden allein aus dem Hafen von Havana 
ausgeführt: 98 093 bezw. 96 757 Tausend Cigarren und 115 148 bezw. 
95 551 Ctr. Tabak; hiervon gingen nach den Vereinigten Staaten von 
Amerika: 44 934 bezw. 44 778 Tausend Cigarren und 78 286 bezw. 75 724 
Ctr. Tabak, nach Frankreich 15 427 bezw. 14 529 Tausend Cigarren und 
6855 bezw. 5221 Ctr. Tabak; nach Spanien 10 417 bezw. 11900 Cigarren 
und 26916 bezw. 14 261 Ctr. Tabak; nach Mexico und Südamerika 
27 136 bezw. 25 430 Tausend Cigarren und 3051 bezw. 342 Ctr. Tabak. 
Mau ersieht daraus, welch guter Abnehmer für Tabak trotz der eigenen 
Erzeugung die Vereinigten Staaten sind. Höchst auffallend ist, daß in der 
Statistik Deutschland — obwohl Bremen und Hamburg genannt werden 
— ganz ausfallen, obwohl bestimmt feststeht, daß ein sehr beträchtlicher 
Theil der Havainr-Ernte nach Deutschland geht, und nicht anzunehmen ist, 
das; derselbe auf das Conto der Vereinigten Staaten angeschrieben sein sollte. 
Sowenig lvie über das Gesaunntergebniß des Tabaksbaues, sowenig 
auch herrscht über seine Ausdehnung nach Zahl der Pflanzungen und nach 
dem bebauten Flächeninhalte Gewißheit. Für das Jahr 1843 findet sich 
eine Angabe von 8570 Tabakpflanzungen; für das Jahr 1856 eine Angabe 
von 9102 Pflanzungen mit einem ungefähren Flächeninhalte von 5000 
caballerías. Da eine caballería ziemlich genau gleich 13'/, Hektaren oder 
54 Morgen ist, so würde das für jede Pflanzung im Durchschnitt nicht 
mehr als etwa 7 Hectare oder 28 bis 30 Morgen ergeben. Man nimmt 
an, daß ein arbeitsamer Bauer mit Hilfe seiner Familie eine halbe Caballería 
Pflanzung bearbeiten samt : um sie tadelfrei zu bewirthschaften sollen aller 
dings durchschnittlich zwei Familien mit 4 Joch Ochsen auf die Caballería 
Tabak gerechnet werden müssen. Im klebrigen hat der Tabakbau den 
Vorzug, daß es dazu keiner kostbaren Anstalten und Maschinen bedarf, 
daß also der Anbau ein verhältnißmäßig geringes Betriebs- und Anlage- 
Capital erfordert. Ueberdies kann durch Zwischenban von anderen Früchten 
der Ertrag des Bodens erhöht werden. Im Jahre 1880 waren in Havana 
etlva 15 Cigarrenfabriken; deren Zahl steigt indessen bei reichlichen Ernten 
nicht unwesentlich, ganz abgesehen davon, daß in den umliegenden Ort 
schaften eine ausgedehnte Hausfabrikation betrieben wird. Die Zahl der 
Cigarren Verkäufer daselbst ist außerordentlich groß, entspricht aber dem 
starken Verbrauch des Inlandes, da auf Cuba alle Bewohner, nur die 
kleinsten Kinder ausgenommen, rauchen. Die Namen, unter denen man 
in Deutschland die Havanacigarren kauft, míe caballeros, partagas, dos 
Amigos etc., sind die Namen von Handelsfirmen der Havana. 
Der Kaffeebaum wurde früher in Cuba in nicht unerheblicher 
Menge angebaut. Der erste soll im Jahre 1748 aus Portorico dorthin 
gebracht worden sein, nachdem ihn die Engländer zwanzig Jahre früher 
iicid) Jamaika versetzt hatten. Französische Flüchtlinge, welche zur Zeit
	        
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