Full text : Die Zucker-Industrie auf Cuba

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Andere  ihn  auf  30  %  schätzen.  Aehnliche  Erfahrungen  bietet  fast  jedes
folgende  Jahr.  Die  Angaben  über  die  wahrscheinlichen  Ernten  werden
ermäßigt  oder  erhöht,  nicht  allein  nach  Maßgabe  der  Witterung  und  ihres
Wechsels,  sondern  auch  nach  Maßgabe  anderer  Umstünde,  unter  denen  auch
der  Preisstand  des  Zuckers  nicht  an  letzter  Stelle  sich  befindet.
Eine  direct  auf  den  Rohr-Ertrag  bezügliche  Mittheilung  findet  sich
aus  der  Zeit  vor  etwa  dreißig  Jahren.  Sie  giebt  den  Ernte-Ertrag  eines
günstigen  Jahres  von  der  Caballeria  ans  nicht  mehr  als  G  801  bis
7  072  arrobas  an,  d.  h.  auf  171525  bis  176  800  //.  spanisch.  Da  die
Cavalleria  ziemlich  genau  13'/2  Hectare  umfaßt,  so  wäre  dies  ein  Ertrag
von  12700  bis  13100//.  oder  123  bis  124  Doppel-Etr.  auf  das  Hectare.
Diese  Angabe,  welche  in  die  glücklichere  Zeit  lange  vor  der  Revolution
hineinreicht,  kann  wohl  unzweifelhaft  nicht  der  Wirklichkeit  entsprechen.
Eine  Angabe  ans  neuerer  Zeit  rechnet  auf  eine  Caballeria  Rohrpflanznng
durchschnittlich  50  Faß  Zucker  zu  690  kg  bei  einer  6  procentigen  Ausbeute,
also  34500  kg;  danach  kämen  auf  die  Caballeria  558300  kg,  also  auf  das
Hectare  rund  415  Doppel  -  Ctr.  Rohr.  In  einem  deutschen  Consnlatsberichte
  aus  dem  Jahre  1884  wird  der  durchschnittliche  Ertrag  von  der
Caballeria  ans  40000  arrobas  zu  rund  11%  kg  angegeben  (genauer  sind
vier  arrobas  zu  25  //.  span.  -  46  kg);  dies  gäbe  auf  das  Hectare  rund
350  Doppel  -  Ctr.  Rohr.  Dagegen  sollen  nach  einer  französischen  Mittheilung ­
  ans  dem  Jahre  1885  die  Pflanzer  auf  Cuba  int  allgemeinen  von
der  Caballeria  rund  575  000  bis  1  150  000  kg  ernten,  in  einzelnen  Bezirken
ausnahmsweise  sogar  1  725  000  kg;  im  Mittel  862  500  kg  gerechnet,  ergebe
auf  ein  Hectare  63  519  kg  oder  635  Doppel-Ctr.  Rohr.  Indessen  giebt
der  ganze  Inhalt  dieser  Mittheilung  augenscheinlich  eine  zu  optimistische
Darstellung  über  die  Erfolge  der  Pflanzer,  denen  schließlich  sogar  ein
durchschnittlicher  Gewinn  von  netto  353  Francs  pro  Hectare  herausgerechnet
wird.  Mail  darf  obige  Angabe  deshalb  wohl  als  eine  zu  hohe  bezeichnen.
Nimmt  man  das  Millimum  von  575000  kg  als  Durchschnittsertrag,  so
erhält  man  lviederuln  rund  420  Doppel-Ctr.  Rohr  alls  1  Hectar.  Die
Mittheilung  eiiles  Correspondenten  ans  Cuba  vom  April  1887  giebt  für
die  neuerdings  in  Aufnahme  gekommenen  Pflanzungen,  welche  nicht  selbst
ihr  Rohr  verarbeiten,  svllderil  es  an  die  Centralanstalten  abliefern,  den
Ertrag  einer  Caballeria  int  Osten  bei  einer  Ausbeute  voll  7%  %  auf
165  biß  200  000  #.  Wer  1.  ^11%  3»  96  biß  98%  mt  mit  bei»  0emerken,
  daß  allerdings  auf  mehr  ausgenutzten  Feldern  des  mittleren  und
westlichen  Theiles  der  Insel  nur  90  bis  125000  //.  gewonnen  würden.
Danach  berechnet  sich  ein  Rohr-Ertrag  für  die  ersteren  von  750  bis  900,
für  die  letzteren  von  410  bis  570  Toppel-Ctr.  auf  1  Hectar,  was  erheblich
über  die  anderen  Schätzungen  hinausgeht.  Solche  Correspondenzen  dürfen
wohl  überhaupt  nur  mit  einiger  Vorsicht  aufgenommen  werden.
            
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