Full text: Die Zucker-Industrie auf Cuba

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die Verarbeitung des Rohres in Cuba vor mit dem Bemerken, das;, wenn 
man dort auch im Durchschnitt nicht besser arbeite als in Louisiana, doch 
viele Pflanzungen auch bessere Ergebnisse lieferten. Er schildert die Arbeit 
so. Beinl Verlassen der Mühle geht der Saft durch einen Vorwärmer, 
welcher die starke Hitze des double und triple eiset nutzt und einen erheb 
lichen Theil der Dämpfe condensirt. Das sei eine doppelte Ersparnis;: es 
vermindere die für die Fabrik erforderliche Wassermenge und bewirke einen 
merkbar geringeren Verbrauch von Brennstoff. Wenige Cubanische Fabriken 
hätten ausreichenden Wasserznflus;. Aus beni Vorwärmer gelangt der Saft 
in doppelt-bodige Pfannen von 750 gallonen Rauminhalt, genannt Scheide 
pfannen (defecators). Hier wird er erhitzt bis zur Siedehitze, dann ge 
klärt; der geklärte Saft wird abgezogen, der Schaum und die Niederschläge 
fließen in besondere Gefäße ab. Der Inhalt der letzteren wird bis zur 
Siedehitze erhitzt und dann durch Filter gepreßt; der geklärte Saft, ein 
schließlich dessen aus den Filterpressen, wird sofort eingedickt. Viele Fabriken 
wenden noch Hochdruck-Vacuumpfannen an. Das beste Verfahren, um die 
größte Ausbeute vom ersten Produkt zu erhalten, ist auf mittleres Korn zu 
arbeiten, bei möglichst niedriger Temperatur zu kochen und die Füllmasse 
so dick abzulassen als es der Abflußhahn irgend gestattet. Die Füllmasse 
wird in Bottiche geleitet und darin mehrere Stunden zum Abkühlen gelassen. 
Ueber die bisher gebräuchlichen Zuckersorten möge noch folgende über 
sichtliche Mittheilung Platz finden, welche allerdings schon aus dem 
Jahre 1880 herrührt In den Vereinigten Staaten von Amerika sowie in 
den englischen und spanischen Antillen unterscheidet man fünf Arten rohen 
Rohrzuckers: den Melado, die Muskovade, den Melassezucker, den clayed 
Zucker und i den centrifugal Zucker. 
Melado erhält man durch Eindicken des Saftes bis zur Krystallisa 
tion; nach der Abkühlung stellt sich das Erzeugnis; dar als ein Gemenge 
von Zucker und Melasse, reich an krystallisirbarem Zucker. So wird er in 
Fässer gefüllt und auf den Markt gebracht. 
Muskovade geht hervor aus kalter Krystallisation des mit Kalk 
geschiedenen und durch Verdampfen eingedickten Saftes. Während der Ver 
dampfung setzt er Unreinigkeiten und Schaum ab, die man abschöpft. Man 
bedient sich dabei einer Reihe von Pfannen, in denen der Syrup abläuft 
bei steigender Wärme. Angelangt beim Grade der Siedehitze läßt man 
ihn erkalten; die Masse bildet Krystalle, man läßt sie abtropfen und liefert 
sie als Muskovade auf den Markt. Was dabei abtropfte: die Ablauf- 
Melasse, dient zur Herstellung des sogenannten Melasse-Zuckers. Er 
wird einer Scheidung unterworfen, verdampft und bis zur Krystallisation 
eingedickt. 
Der gedeckte Zucker, clayed sugar, wird bereitet, indem man den 
eingedickten Syrup in Formen mit einem Verschluß an der Spitze bringt.
	        
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