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weit über europäische, namentlich deutsche Verhältnisse hinausgingen, Auch
in Deutschland werden Gebäude sur die Unterbringung der Arbeiter während
der Canipaqne gehalten, auch dort gewährt man die Kost, iiiid ein sage-
lohn von l'/j bis 2 Mark steht gleich einem Cubanischen Monatslohn von
11' bis 15 pesos. Allein die Arbeitszeit aus Cuba dauert zwiefach io
lange wie i» Deutschland; hier ziehen die Arbeiter nach beendigter Cam-
pagne weiter und der Fabrikherr kümmert sich nicht mehr um sie; in Cuba
„mH ein iiicht geringer Theil gehalten werden, der sur die Hälfte des
Fahres sonst entbehrlich wäre. An genaueren Angaben über die Zahl der
Arbeiter killt es, namentlich darüber, ivievicl durchschnittlich je nach dem
Umsanqe der Pflanzung und nach der Leistungsfähigkeit der Fabrik ersorder-
lich sind und welchen Einflug auf das Bedürfnis; die Anwendung ver
besserter Verfahren — wie der Diffusion —, vollkommnerer Maschinen um
geeigneter Feuernngsanlagen ausübt. Erst aus solchen Angaben würde
sich erkennen lassen, welchen Antheil die Arbeitslöhne an den Selb,tto,ten
des Zuckers bisher gehabt haben und bei sparsamer Wirthschast häufig
haben können.
17. Selbstkosten des Zuckers, Höhe der Produktion
und des Consums.
Die Selbstkosten des Zuckers hängen wesentlich ab vom Preise de«
Rohres von dem Preise der Brennstoffe und von der Höhe der Arbeits
löhne," Je weniger man über diese Factoren Zuverlässiges weis;, desto
weniger vermag man durch directe Rechnung die Selbstkosten auch nur
annähernd zu finden. Auf anderen, Wege darüber Klarheit zu gewinnen ist
angerordcutlich schwer deshalb, loeil ganz augenscheinlich die Insel Cuba
sich in einem llebcrgangsstadium ans den verwickeltsten und unruhigsten
Zuständen in mehr geordnete Verhältnisse befindet. Um indessen wenigstens
einigen Anhalt zu gewähren, mögen die nachfolgenden Bemerkungen an-
gesnhr^ner en^ ļg76 | afl(c ein Bericht aus Cardenas: die Preise
liegen keinen Nutzen, weil die hohen Ausfuhrzölle und die starken KriegS-
contribntionen zu schwer aus den Pflanzungen lasten. Nun sind in neuester
Zeit die Ausfuhrzölle ermätzigt und dann ganz aufgehoben worden. Auch
Ru,glich der Contridntionen und inneren Abgaben scheinen Erleichterungen
bewilligt zu sein. Die Tragweite solcher Ersparnisse lägt sich ^ nicht îiber-
scbeu Ohnehin haben unzweis-lhast die Kreditbedingungen sich gebessert
und werde» voraussichtlich allmählich noch billiger werden. Solche Um
stände dürfen bei der Vergleichung mit der Vergangenheit Nicht unbeachtet
bleiben, 12 ,