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aiischlossen. Auch die unbegründete Meinung, dass die Ver
anschlagung der Preise in Arbeit im Gegensatz zu dem Opc-
riren mit Geldpreisen die ökonomischen Schlussfolgerungen
sicherer und wissenschaftlicher mache, schreibt sich in den
neuern Systemen unmittelbar von jener Smithschen Grund
anschauung her. Diese Illusion hat grade in den besten Ge
staltungen der ökonomischen Theorie am meisten geschadet.
Die Veranschlagung in Arbeit ist nicht viel weniger unbrauch
bar, als diejenige in Nahrung, da der Werth durch die Vor
kehrshandlungen bestimmt wird und thatsächlich nicht anders
als in Geld gemessen werden kann.
Es ist aber noch eine andere wichtige Folge zu erwähnen,
welche die Doppelheit der Smithschon Preisursachen für das
weitere Schicksal der ökonomischen Theorien gehabt hat.
Neben der Arbeit wurde, wie schon gesagt, noch eine zweite
Ursache als Entstehungsgrund der Grösse der Preise zur Gcl-
tung gebracht. Besonders sichtbar war dieselbe im Gewinn,
im Zins und in der Grundrente. Doch waren alle diese Be-
standtheile des Preises durch die gemeinsame Eigenschaft aus
gezeichnet, dass in ihnen etwas lag, was nimmermehr als ver
richtete Arbeit gelten konnte. Es musste also vermöge des
Ganges der wirthschaftlichen Verhältnisse etwas geleistet wer
den, was sich nicht mehr nach dem Princip des gleichen Aus
tausches von Arbeit gegen Arbeit auffassen liess. Die Andeu
tung eines Monopols bei dem Grundeigenthum genügte nicht,
um jene ganze Classe gehörig zu erklären. Auf diese Weise
blieb die Smithsche Theorie dunkel, und der Dualismus, der in
ihr herrschte, veranlasste später zu verschiedenen Versuchen,
denselben theils auszubilden, theils zu beseitigen. Grade die
entschiedensten Bemühungen, jene Doppelheit zu überwinden
und an deren Stelle eine einheitliche Auffassung zu setzen,
haben jedoch nur dazu geführt, die eine Seite der Sache auf
Kosten der andern zur Hauptsache zu machen. Der Gedanke
aber, dass es im Unterschied von rein wirthschaftlichen auch
sociale Ursachen der Preisbestimmung oder, mit andern Wor
ten, dass es eine sociale Besteuerung gebe, vermöge deren die
Aneignung ohne Gegenleistung einen nothwendigen Bestandtheil
der ökonomischen Hergänge bildet, ist erst in den jüngsten
kritischen Wendungen der ökonomischen Theorie, d. h. in der
Werthlehre meines Systems, vollkommen klar geworden. Um