153
(las Smithscho Werk mit Urtheil lesen zu können, muss man
nicht blos hei der Behandlung der Preishestandtheilo, sondern
überall eingedenk bleiben, dass der Verfasser durch zwei An
triebe geleitet wurde. Der eine sucht überall die Arbeit als
die ursprüngliche Grundlage der Wertlie auf; der andere ge it
darauf aus, die verschiedenen Einkünftearten (Lohn, Gewinn,
Zins und Rente) einzeln und in ihren Verhältnissen noch aus
einem andern Gesichtspunkt zu untersuchen. Das oit
Räthsels ist im Hinblick auf die letzteren, meist inconsequenten
und nicht sehr tief gehenden Anschauungen einfach die natür
liche sociale Macht, welche theils in ausserwirthschaftlichen
Gestaltungen, theils aber in der Gunst der wirthschaitlichen
Positionen selbst ihren Grund hat.
6. Die Stoffe, auf die wir bis jetzt aufmerksam gemacht
haben, nehmen das erste und wichtigste Buch des Smithscheu
Werks ein, während sich das zweite mit der schon ungleich
weniger gelungenen Lehre vom Capital beschäftigt. Im Wesent
liehen waren jedoch alle Hauptgedanken über Production und
Vertheilung im ersten Buch enthalten, dem der Verfasser auch
selbst die Aufgabe zugetheilt hatte, jene beiden Hauptseiten des
wirthschaftlichen Wissens sichtbar zu machen. Es ist hmbei
zu bemerken, dass die Beschränkung auf die Gesetze der Pro
duction und der Vertheilung, ohne Hinzufügung der Con^um
tion als eines dritten Gegenstandes der Theorie, die ^
einer natürlichen und guten Anschauungsweise gewesen ist,
für welche sofort die beiden Hauptverzweigungen der Wissen
schaft als die entscheidenden Gesichtspunkte hervortraten. Die
letzten drei Bücher sind solchen Ausführungen und Anwen-
dungoii gewidmet, in denen der principiell volkswirthschaftliche
Inhalt keine entscheidende Bereicherung erfährt, und in denen
übrigens die Polemik gegen Thatsachen und Systeme überwiegt.
Die Darstellung jener ungebührlichen Vorherrschaft, die nach
der Smithschen Vorstellungsart seit dem Falle des Römischen
Reichs dom Handel, den Manufacturen und den Städten zuge
fallen sein soll; alsdann die Auseinandersetzung der ökonomi
schen Systeme, d. h. des Mercantilismus und der Physiokratie;
und endlich die Behandlung der Staatsfinanzen, — bilden die
Hauptthemata jener späteren Abtheilungen des Smithschen
Werks. Obwohl reich an werthvollen Untersuchungen, gehen
sie uns doch, dem Plane unserer Geschichte gemäss, weit