Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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(las Smithscho Werk mit Urtheil lesen zu können, muss man 
nicht blos hei der Behandlung der Preishestandtheilo, sondern 
überall eingedenk bleiben, dass der Verfasser durch zwei An 
triebe geleitet wurde. Der eine sucht überall die Arbeit als 
die ursprüngliche Grundlage der Wertlie auf; der andere ge it 
darauf aus, die verschiedenen Einkünftearten (Lohn, Gewinn, 
Zins und Rente) einzeln und in ihren Verhältnissen noch aus 
einem andern Gesichtspunkt zu untersuchen. Das oit 
Räthsels ist im Hinblick auf die letzteren, meist inconsequenten 
und nicht sehr tief gehenden Anschauungen einfach die natür 
liche sociale Macht, welche theils in ausserwirthschaftlichen 
Gestaltungen, theils aber in der Gunst der wirthschaitlichen 
Positionen selbst ihren Grund hat. 
6. Die Stoffe, auf die wir bis jetzt aufmerksam gemacht 
haben, nehmen das erste und wichtigste Buch des Smithscheu 
Werks ein, während sich das zweite mit der schon ungleich 
weniger gelungenen Lehre vom Capital beschäftigt. Im Wesent 
liehen waren jedoch alle Hauptgedanken über Production und 
Vertheilung im ersten Buch enthalten, dem der Verfasser auch 
selbst die Aufgabe zugetheilt hatte, jene beiden Hauptseiten des 
wirthschaftlichen Wissens sichtbar zu machen. Es ist hmbei 
zu bemerken, dass die Beschränkung auf die Gesetze der Pro 
duction und der Vertheilung, ohne Hinzufügung der Con^um 
tion als eines dritten Gegenstandes der Theorie, die ^ 
einer natürlichen und guten Anschauungsweise gewesen ist, 
für welche sofort die beiden Hauptverzweigungen der Wissen 
schaft als die entscheidenden Gesichtspunkte hervortraten. Die 
letzten drei Bücher sind solchen Ausführungen und Anwen- 
dungoii gewidmet, in denen der principiell volkswirthschaftliche 
Inhalt keine entscheidende Bereicherung erfährt, und in denen 
übrigens die Polemik gegen Thatsachen und Systeme überwiegt. 
Die Darstellung jener ungebührlichen Vorherrschaft, die nach 
der Smithschen Vorstellungsart seit dem Falle des Römischen 
Reichs dom Handel, den Manufacturen und den Städten zuge 
fallen sein soll; alsdann die Auseinandersetzung der ökonomi 
schen Systeme, d. h. des Mercantilismus und der Physiokratie; 
und endlich die Behandlung der Staatsfinanzen, — bilden die 
Hauptthemata jener späteren Abtheilungen des Smithschen 
Werks. Obwohl reich an werthvollen Untersuchungen, gehen 
sie uns doch, dem Plane unserer Geschichte gemäss, weit
	        
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