Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Richtung  eine  einseitige  Construction  geliefert,  wie  man  sie  im
Bereich  der  eigentlichen  Philosophie  weit  weniger  beanstanden
würde;  —  wie  man  sie  aber  nicht  ertragen  kann,  sobald  für
dieselbe  die  Bedeutung  eines  positiven  Wissens  in  Anspruch
genommen  wird.  Es  wird  also  in  dieser  Hinsicht  das  Smithscho
System,  soweit  es  die  Wirthschaftspolitik  betriöt,  etwa  so  zu
veranschlagen  sein,  wie  man  irgend  ein  Erzeugniss  fehlgreifender ­
  philosophischer  Speculation  in  der  Geschichte  der  Philosophie
zu  betrachten  hat.  Sind  wir  uns  einmal  bewusst,  dass  wir  in
unserer  nationalökonomischen  Heberlieferung  den  theoretischen
Systemen  eine  ähnliche  Stellung  anzuweisen  haben,  wie  den
verschiedenen  Philosophien  im  Gesammtgebiet  des  philosophischen ­
  Wissens,  so  ist  unsere  Freiheit  im  ökonomischen  Denken
um  ein  gutes  Stück  gefördert,  und  wir  werden  uns  nicht  mehr
einfallen  lassen,  über  einzelne  Stellen  und  widersprechende
Nebenansichten  zu  streiten,  wo  der  Standpunkt  und  die  Grundanschauung ­
  für  einen  Schriftsteller  ausgemacht  sind.
Dieser  Standpunkt  war  aber  für  Adam  Smith  der  Verzicht
auf  Alles,  was  ausserhalb  seines  Begriffs  von  Natürlichkeit  lag.
Die  Anomalie,  vermöge  deren  er  die  Navigationsacte,  weil  sie
auf  Zerstörung  der  Holländischen  Seemacht  abzielte,  für  politisch ­
  heilsam  erklärte,  darf  uns  ebensowenig  überraschen,  als
sein  Geständniss,  dass  er  die  einstige  volle  Verwirklichung  des
Freihandels  in  England  für  eine  Utopie  halte.  Derartige  Aeusserungen
  verrathen  nur,  dass  er  weit  davon  entfernt  war,  seinen
eignen  Principien  anders  zu  folgen,  als  man  sich  etwa  einem
Zuge  der  Vorstellungen  unwillkürlich  hingiebt.  Es  kam  ihm
nicht  darauf  an,  das  Princip  des  Interesse  oder  dasjenige  der
vermeintlich  natürlichen  Sichselbstüberlassung  des  Verkehrs
rein  und  ungemischt  zu  den  äussersten  Gonsequenzen  zu  treiben, ­
  sondern  er  begnügte  sich  damit,  die  vorherrschende  Physionomie ­
  seiner  Ideen  darzulegon  und  nebenbei  eine  Menge
von  Bemerkungen  einfliessen  zu  lassen,  um  deren  widerspruchslose ­
  Vereinigung  mit  dem  Uebrigen  er  selbst  am  allerwenigsten
besorgt  war.  Eine  der  entscheidendsten  Proben  dieser  Blossteilung ­
  ist  seine  Kennzeichnung  der  Ohnmacht  der  arbeitenden
Masse,  für  ihre  Kinder  Unterricht  zu  schaffen,  und  sein  Dringen
äuf  Staatsvorkehrungen,  namentlich  auf  allgemeine  Bildungsprüfungen, ­
  von  denen  der  Zugang  zu  Erwerbsberufen  und  allen
üur  irgend  controlirbaren  Existenzwegen  abhängig  gemacht
            
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