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ihm dio hereinhrechende Restauration cine Mission nach Eng
land verschafft hatte, bei dieser Gelegenheit eine Pilgerfahrt
nach dem Lehrstuhl Adam Smiths unternommen hat. In dem
letzteren liess er sich mit grosser Erregung nieder, wahrschein
lich ohne zu bedenken, dass der Schotte, mit dem er sich in
dieser etwas humorerregenden Weise in Beziehung braclitc,
seine Hauptarbeit nicht von einem Lchrsesscl aus verrichtet
hatte. Doch mag diese Saysche Niederlassung auf dem Sitze
Smiths in manchen Richtungen ein gutes Bild für das Ver-
hältniss des Franzosen zu seinem Schottischen Meister abgeben.
Nimmt man die Smithschon Grundgedanken, namentlich
das Arbeitsprincip und die thatsilchlichc Zurückführung der
Tauschwerthe auf Arbeit auch nur einigermaassen ernst, so
ist bei einem Jean Baptiste Say von einem Vorstilndniss
und einer entsprechenden Aneignung kaum zu reden. Der
letztere war ungefähr um die Zeit geboren, als der erstero
seine zehnjährige Arbeit begann und war bei der Abfassung
seines Tractats hoch in den Dreissigorn. Aber obwohl er seit
dem noch drei Jahrzehnte lebte und noch einige Jahre vor
seinem Tode den erwähnten umfangreichen Cursus herausgab,
so hat er es doch niemals auch nur zu einer guten Repro
duction der Smithschon Ideen gebracht. Was während der
zweiten Hälfte seines Lebens in der Oekonomie durch die
Malthus und Ricardo angeregt wurde, hat ihn noch mehr ver
wirrt. Wenn aber Einige an ihm eine leicht fassliche Dar
stellung rühmen, so ist zu dem oben darüber Gesagten noch
hinzuzufügen, dass er ein Kaufmannssohn war und sich später
auch selbst, wenn auch ohne glücklichen Erfolg, als Fabricant
versucht hat. Durch einige auf diese Weise erworbene prak
tische Anschauung, sowie durch die Einmischung von ausser
ordentlich viel selbstverständlichen Vorstellungen machte er
seine Schriften denen entsprechend, die von einem Gedanken
zum andern ausruhen wollen und sich durch die Servirung
von dem, was sie schon wissen, sowie durch die Bezeichnung
dieses ihnen geläufigen Stoffs als eigentlicher Wissenschaft ge
schmeichelt finden.
2. Man kann unter den wissenschaftlich zu nennenden Wir
kungen der Smithschen Arbeit zwei Richtungen unterscheiden.
In der einen werden die Gonsequenzen ihrer leitenden Principien
in positiver Weise gezogen, und so bildet sich unter Hinzunahmo