Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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neneinführimg  für  das  Arbeiterinteresse  überzeugt  habe.  Sein
älterer  Irrtlmm  habe  in  der  falschen  Annahme  seinen  Grund
gehabt,  es  könne  das  Reineinkommen,  also  die  Summe  der
Gewinne,  nicht  ohne  Vermehrung  des  Roheinkommens,  also
auch  der  Menge  der  Ausgaben  für  Arbeitslöhne,  gesteigert  werden. ­
  Indessen  sei  bei  der  Ersetzung  von  menschlicher  Arbeitskraft ­
  durch  Maschinerie  ein  entgegengesetzter  Hergang  im
Spiele,  indem  das  in  die  Maschinen  gesteckte  Capital  aus  circulirendem
  zu  fixem  werde  und  eine  Menge  von  wirklich  angobotener
  Arbeit  ausser  Thätigkoit  setze  und  in  einer  für  die
Arbeiterclasse  nachtheiligen  Weise  zur  Disposition  stelle.  Ausdrücklich ­
  fügt  er  dem  bestimmtesten  Ausspruch  seiner  üeberzeugung
  und  den  begründenden  Darlegungen  auch  noch  den
Satz  hinzu:  „Die  von  der  Arbeiterclasse  unterhaltene  Ansicht,
dass  die  Maschinenanwendung  ihren  Interessen  häufig  schädlich
wird,  ist  nicht  auf  Vorurtheil  und  Irrthum  gegründet,  sondern
entspricht  richtigen  Principien  der  politischen  Oekonomie.”
Freilich  fällt  heute  das  Hauptgewicht  der  Frage  nicht  mehr  in
die  Folgen  der  mehr  oder  minder  plötzlichen  Einführung  neuer
Maschinen  für  die  unmittelbar  betroffenen  Arbeiter,  sondern  in
die  Erkenntniss  dos  gesteigerten  Hebergewichts,  welches  im
Allgemeinen  durch  die  Maschinenära  für  das  Capital  gegen  die
Arbeiterclasse  geschaffen  worden  ist.  Man  könnte  sogar  den
Gedanken  Ricardos  in  dieser  Hinsicht  dahin  zuspitzen,  dass
die  Maschine  als  der  gefügigste  und  in  seinem  Unterhalt  anspruchsloseste ­
  Sklave  bezüglich  der  ökonomischen  Yertheilung
mit  dem  lebenden  Arbeitswerkzeug  in  eine  das  letztere  degradirende
  Concurrenz  getreten  sei.  So  fest  es  daher  auch  steht,
dass  vom  blossen  Standpunkt  der  Production  die  Maschinenanwendung ­
  die  ökonomische  Macht  der  Gesammtheit  des  Volkes ­
  über  die  Natur  gewaltig  erhöht,  so  ist  doch  vom  Standpunkt ­
  der  Yertheilung  zwischen  gesellschaftlichen  Gruppen,
zwischen  Provinzen  und  sogar  zwischen  ganzen  Völkern  die
unterjochende  Wirkung  nicht  zu  verkennen,  welche  dadurch
erwächst,  dass  dem  einen  Theil  die  concurrirende  Ausbeutung
der  Maschinerie  möglich  wird,  während  sie  dem  andern  Theil
vermöge  des  gesellschaftlichen  Rechtsmissstandes  oder  in  Folge
natürlicher  Thatsachen  versagt  bleibt.
Die  Gegensätze  der  Interessen  wurden  von  Ricardo,  wenn
nicht  mit  Vorliebe,  so  doch  ohne  logische  Anstandnahme  in  ihrer
            
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