Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Land absehen und daher auch zu keiner Bezeichnung des so 
cialen Zieles gelangen. Ein grosses Hinderniss war der reli 
giös reactivo Zug, der zwar mit der nachhaltigen Begeisterung 
zusammenhing, aber doch eine Mitgift wurde, die der Kühnheit 
der politischen und socialen Gedanken Abbruch thun musste. 
Der Gegensatz zur gesinnuugsschwachon Leichtfertigkeit eines 
Voltaire sowie überhaupt zu der blos in aristokratischer Weise 
freigeisterischen Richtung war natürlich ein Lebenspriricip für 
jede Macht, die dem naturwüchsigen Sinn dos Volks gerecht 
werden wollte. Allein jene Begeisterung, die mit dom matten 
Wesen der übrigen Encyklopädiston contrastirt, wäre auch 
ohne deistische Superstition und ohne ünsterblichkeitsglaubeu 
möglich gewesen. Ihr tieferer Grund waren nicht diese Resto 
religiöser Beengtheit, sondern die Naturkräfte einer lebens 
vollen Individualität mit ihrer unbeugsamen grossen Leiden 
schaft für das Gerechte und Natürliche. Der Kampf gegen 
die moralische Bedeutung der Künste und Wissenschaften 
war zwar nicht nur paradox, sondern auch zum Theil rück 
läufig, schloss aber die heute noch nicht hinreichend ent 
wickelte Wahrheit ein, dass der Luxusbetrieb der Künste und 
Wissenschaften keine eigentliche Volksbildung und über 
haupt keine Verbesserung der praktischen Denkweise geschaf 
fen hat. Die Verachtung, mit der sich die Bedürfnisse des 
Volks sowie jedes unverdorbenen Verstandes und Gemüths 
von der oligarchisch corrumpirten Kunst und Wissenschaft ab 
wenden und den Bildungskrämern ihre faulen, volksverdum 
menden Früchte vor die Füsse werfen, rechfertigt noch heute 
einen Theil des Rousseauschen Strebens. 
Wie übrigens zu jener Zeit die sociale Humanität den 
Schriftstellern auch da nahetrat, wo sie mehr im Geiste der 
höhern Gesellschaftsschichten schrieben, beweist der jetzt noch 
seinen encyklopädistischen Rivalen gegenüber unverhältniss- 
mässig zurückgesetzte Helvetius. Er, der Reiche, der sich aber 
aus Ekel an der Finanzcorruption und Ausbeutung von den 
Geschäften zurückgezogen hatte, sprach es im 2. Bande seines 
nachgelassenen Werks „De Thomme” (von 1774) einfach aus, 
dass 7 oder 8 Stunden Arbeit des Tags für den Arbeiter ge 
nügen müssten, um ihn und seine Familie reichlich zu er 
nähren. 
Die Ideen der politischen Denker haben grade die kraft-
	        
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