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Missbrauch analytischer Formeln besteht, und seine Idee von
mathematischer Bestätigung hatte mehr den Charakter der
Anwendung einer Art von Buchhalter-Einmaleins. Eine deut
liche Vorstellung von dem selbst unklaren, vagen und ver
worrenen Gedanken lässt sich gar nicht mittheilcn. Uebrigens
hat man auch an der Constatirung der schon von vornherein
unzweifelhaften Resultatlosigkeit sogar für historische Zwecke
genug. Eine sich dem kleinsten Detail anbequernende Wieder
gabe der fraglichen Verworrenheiten würde jedenfalls nach
dem eignen System Fouriers eine entsprechende Passion,
d. h. mindestens eine besondere Liebhaberei für die Befassung
mit Widorsinnigkeiten voraussetzen. In Ermangelung einer
solchen Leidenschaft kann die Geschichtsschreibung nichts
weiter thun, als den etwa für die besondere Physionomie
solcher Ausgeburten interessirten Leser auf die Lectüro einer
der erwähnten Schriften zu verweisen. Der Abdruck einzelner
Partien würde, abgesehen von der Geschmacklosigkeit solcher
Beigaben oder Einschaltungen in den Zusammenhang einer
wissenschaftlichen und gesetzten Darstellung, keineswegs das
Erwünschte leisten. Es ist nämlich durchaus nothwondig, zu
beobachten, wie sich der Widersinn und die Thorheit inmitten
einer übrigens ziemlich menschlichen, ja oft nicht einmal ganz
geistlosen Auslassungsart ausnehmen. Fourier beschämt man
chen berühmten Philosophirer durch die verhältnissmässige Ein
fachheit seiner Ausdrucksart und durch die naive Fassung, die
er seinen Ideen bisweilen giebt. In dieser Beziehung würde
ihm durch eine blosse Blumenlese von ausgewählten Beurkun
dungen der ausschweifenden Imagination einiges Unrecht ge
schehen. Mindestens würden solche Probestücke nur negativ
etwas entscheiden und grade das nicht wahrnehmen lassen, was
man bei ähnlichen und weit berühmteren Erscheinungen im
Gebiet der Philosophie meistens ausschliesslich zur Erwähnung
gebracht hat. Um also dem Socialharmoniker im Verhältniss
zu seinen rein philosophisch speculativen Seitenstücken nicht
Unrecht zu thun, verbleiben wir in einer Betrachtungsart,
welche es ermöglicht, in wenigen Zügen die allgemeine ver
kehrte Haltung der Ideen ebenso wie die absonderlichen Aus
wüchse sichtbar zu machen, ohne dabei die lichten Augen
blicke mit Stillschweigen übergehen zu müssen.
4. Die Anordnung der Neigungen und Thätigkeiten nach