Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

280

Missbrauch  analytischer  Formeln  besteht,  und  seine  Idee  von
mathematischer  Bestätigung  hatte  mehr  den  Charakter  der
Anwendung  einer  Art  von  Buchhalter-Einmaleins.  Eine  deutliche ­
  Vorstellung  von  dem  selbst  unklaren,  vagen  und  verworrenen ­
  Gedanken  lässt  sich  gar  nicht  mittheilcn.  Uebrigens
hat  man  auch  an  der  Constatirung  der  schon  von  vornherein
unzweifelhaften  Resultatlosigkeit  sogar  für  historische  Zwecke
genug.  Eine  sich  dem  kleinsten  Detail  anbequernende  Wiedergabe ­
  der  fraglichen  Verworrenheiten  würde  jedenfalls  nach
dem  eignen  System  Fouriers  eine  entsprechende  Passion,
d.  h.  mindestens  eine  besondere  Liebhaberei  für  die  Befassung
mit  Widorsinnigkeiten  voraussetzen.  In  Ermangelung  einer
solchen  Leidenschaft  kann  die  Geschichtsschreibung  nichts
weiter  thun,  als  den  etwa  für  die  besondere  Physionomie
solcher  Ausgeburten  interessirten  Leser  auf  die  Lectüro  einer
der  erwähnten  Schriften  zu  verweisen.  Der  Abdruck  einzelner
Partien  würde,  abgesehen  von  der  Geschmacklosigkeit  solcher
Beigaben  oder  Einschaltungen  in  den  Zusammenhang  einer
wissenschaftlichen  und  gesetzten  Darstellung,  keineswegs  das
Erwünschte  leisten.  Es  ist  nämlich  durchaus  nothwondig,  zu
beobachten,  wie  sich  der  Widersinn  und  die  Thorheit  inmitten
einer  übrigens  ziemlich  menschlichen,  ja  oft  nicht  einmal  ganz
geistlosen  Auslassungsart  ausnehmen.  Fourier  beschämt  manchen ­
  berühmten  Philosophirer  durch  die  verhältnissmässige  Einfachheit ­
  seiner  Ausdrucksart  und  durch  die  naive  Fassung,  die
er  seinen  Ideen  bisweilen  giebt.  In  dieser  Beziehung  würde
ihm  durch  eine  blosse  Blumenlese  von  ausgewählten  Beurkundungen ­
  der  ausschweifenden  Imagination  einiges  Unrecht  geschehen. ­
  Mindestens  würden  solche  Probestücke  nur  negativ
etwas  entscheiden  und  grade  das  nicht  wahrnehmen  lassen,  was
man  bei  ähnlichen  und  weit  berühmteren  Erscheinungen  im
Gebiet  der  Philosophie  meistens  ausschliesslich  zur  Erwähnung
gebracht  hat.  Um  also  dem  Socialharmoniker  im  Verhältniss
zu  seinen  rein  philosophisch  speculativen  Seitenstücken  nicht
Unrecht  zu  thun,  verbleiben  wir  in  einer  Betrachtungsart,
welche  es  ermöglicht,  in  wenigen  Zügen  die  allgemeine  verkehrte ­
  Haltung  der  Ideen  ebenso  wie  die  absonderlichen  Auswüchse ­
  sichtbar  zu  machen,  ohne  dabei  die  lichten  Augenblicke ­
  mit  Stillschweigen  übergehen  zu  müssen.
4.  Die  Anordnung  der  Neigungen  und  Thätigkeiten  nach
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.