nicht immer eine nützliche oder unschuldige Rolle spielen.
Owens Halbdeterminismus, der ein Ich vor der Existenz und
ein Ich ausser den Yerbältnissen im Auge hat und diesem
erdichteten Ich, welches in Wahrheit gleich Null ist, einerseits
die Zurechnungsfilhigkeit ahspricht, andererseits aber ein Inte
resse an der Abwendung der Strafe unterlegt, ist die greifbarste
Inconscqiienz, Jenes Ich, welches durch die Philanthropie des
Socialreformers mit einer neuen Charaktergarderobe und ausser
dem auch noch mit einer umgeschaffenen socialen Welt ausge
stattet werden soll, ist in der That ganz unschuldig; aber es
wird auch von der Strafe nicht betroffen, die sich nur gegen
die Folgen seiner schlechten Garderobe und überhaupt der
Garderobeneinrichtung wendet. Endlich hat Owen wie alle die,
denen er seine Gedanken entlehnte, vergessen, dass die Zu
rechnung und criminelle Bestrafung nur ein Glied in der Kette
und eine Ergänzung des allgemeinen deterministischen Systems
ist, welches er zur einen Hälfte vor Augen hat. Seine eignen
Gedanken und die Tragweite seiner Recepte hätten ebenfalls
in Anschlag gebracht werden sollen. Doch genug hievon. Die
willkürliche Imagination des philosophisch nicht einmal höher
gebildeten Engländers war, aller scheinbar entgegengesetzten
Vorstellungen ungeachtet, von einer Anerkennung der wirk
lichen Gesetzmässigkeit der Triebe und Leidenschaften, sowie
von einem Yerständniss der ehernen Nothwendigkeiten der
individuellen und socialen Charaktergestaltung sehr weit ent
fernt und stützte sich in ihren Bestrebungen auf das grade
Gegcntheil. Ein wenig Philauthroj)ie, also doch auch ein Trieb,
der nur unter bestimmten Voraussetzungen entsteht und einige
Folgen hat, sollte den unbedingtesten Harmonismus zu schaffen
vermögen, und ein entsprechendes Erziehungssystem sollte alle
erwünschte Oharakterwaare produciren. Der Fabricant hätte
bedenken sollen, dass der Mensch keine Baumwolle ist, und
dass selbst dann, wenn er ihr gliche, der Rohstoff je nach der
Faser eine verschiedene Behandlungsart erfordern würde. Es
giobt glücklicherweise noch Leute, an denen kein Fäserchen
jener Philanthropie anzutreffen ist, die da, wo sie nicht zum
Lächeln veranlasst, oft genug die Empörung des gesunden und
wahrhaft menschlichen Gefühls herausfordert. Mit dieser Gegen-
rogung hatte Owen gleich allen oberflächlichen Philanthropen
seine Rechnung zu machen gänzlich vergessen. Seine Eitel-