Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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alledem gewiss und ein sicherer Compass für die Orientirung 
in der Mischung von Irrthum und Wahrheit, — dies ist die 
ausnahmsloBO Gesetzmässigkeit des Mechanismus der Interessen, 
welcher die Triebkraft für den Einzelnen und das Ganze liefert 
und die theoretischen Vorstellungen nur insoweit in seinen 
Dienst nimmt, als sie seinen Zwecken wirklich förderlich zu 
sein scheinen. 
Wenn nun List Angesichts der Unvermeidlichkeit des 
I^m-e^^^^pmk die EnùMmngd^ Nahmen zum 
Schlagwort seiner ökonomischen Politik machte, so vergriff er 
sich nicht nur in dem Ausdruck, sondern huldigte auch einem 
Princip, welches nur bei dem Vorhandensein eines erziehenden 
Organs zur Anwendung kommen kann. Dieses Organ kann 
nun allerdings vorhanden sein, sobald eine bereits gckräftigto 
Industrie bei dieser weiteren Erziehung zugleich oder viel 
mehr zunächst ihre eignen Interessen verfolgt. Es kann auch 
ausserdem noch und zwar in höherem Maasse vorhanden sein, 
wenn eine persönliche Vertretung der Staatsmacht ihren Ideen 
über die Wohlfahrt des Ganzen Geltung zu verschaffen im 
Stande ist. Im Allgemeinen wird der letztere Fall aber nur 
noch unter halb patriarchalischen oder aber unter dictato- 
rischen Verhältnissen denkbar sein. Abgesehen hievon werden 
immer die verschiedenen interessirten Classen in Frage kom 
men, und der Erfolg ihrer mehrfachen, einander zum Theil 
aufhebenden Bestrebungen wird den Lebenslauf der Nation 
bestimmen. Alsdann ist aber ein Erziehungsinteresse im eigent 
lichen Sinne des Worts nicht aufzufinden. Wo etwa ein vormun - 
schaftlicher Zug auch in die wirthschaftlichen Angelegenhei en 
cingroift, da ist sicherlich kein hoher Erziehungszweck die 
treibende Ursache. Auch in der Oekonomie geschieht nichts 
ohne zureichenden Grund. Dieses Gesetz ist so sicher wie der 
abstracto logische Satz, dom es entspricht. Der zureichen e 
Grund ist das Interesse, und was auch sonst aus andern Ruc - 
sichten geschehen möge, so ereignet es sich nicht n^h dem 
treibenden Gesetz der Oekonomie, falls es aus dem Rahmen 
iones obersten Satzes heraustritt. Aus diesem Gesichtspunkt 
beo-reift sich die Politik der socialökonomischen Gruppen und 
Dateien ebenso wie diejenige der Regierungselemente und 
speciell der Vertreter der Staatsfinanzen. Es ist daher, abge-
	        
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