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Schutzsystems gerechtfertigt werden soll. Wo diese Praxis
vorhanden ist, da erklärt sie sich nicht aus demjenigen Grunde,
welchen unser Nationalökonom am meisten betonte, und den
er selbst für eine hinreichende Garantie seiner patriotischen
Ziele hielt. Nicht irgend ein Zweck, den sich irgend eine
Macht zum Heile des Ganzen versetzte, sondern gleichsam im
Rücken treibende und vorherrschend individuelle Ursachen sind
es, welche die Wirthschaftspolitik bestimmt haben. Die Staaten
werden eher zu Staub zerrieben werden, als von den Früchten
des industriellen Erziehungsenthusiasmus auch nur das Ge
ringste einernten. Die Begeisterung der Einzelnen mag an
sich selbst und in Verbindung mit wirklichen Interessen Einiges
zu Wege bringen; — die Gesetze der allgemeinen Mechanik
der Bestrebungen werden hiedurch auch nicht in einem ein
zigen Fall abgeändert. Wir müssen uns daher zu denjenigen
Anschauungen wenden, in denen unser grosser Volkswirth-
schaftstheoretiker ganz einfach die Ursachen biosgelegt hat,
vermöge deren die Schutzmaassregeln nach natürlichen und
unumgänglichen Gesetzen eintreten. Wir werden aus dem Con
trast, in welchem sich diese äusserst gelungenen Erklärungen
zu dem eben gekennzeichneten verfehlten Theil der „patrioti
schen Phantasien” befinden, deutlich erkennen, dass es auch
in unserm Gebiet, ganz wie in jeder strengen Wissenschaft,
ein methodischer Fehler ist, sich von der Betrachtung der
eigentlichen Ursachen zu entfernen und Zwecke für wirklich
zu halten, die nirgend objectiv vorhanden waren oder sind.
8. Eine der genialsten Ideen, durch welche List den Grund
zu einem Yerständniss der natürlichen Wirthschaftspolitik ge
legt hat, ist diejenige, welche wir als Gesetz der Bevölkerungs-
capacität entwickeln wollten. Dieser glänzende Gedanke, wel
cher linvergleichlich weiter trägt, als alle Bemühungen Mal-
thusianischer Art, lässt sich sehr einfach ausdrücken. Jeder
Wirthschaftszustand hat eine bestimmte Fassungskraft für Be
völkerung. Geht er in eine höhere Form über, so wird diese
Fassungskraft gesteigert. Nun ist im Rahmen der Vorstellungen
unseres Nationalökonomen der Uebergang vom Ackerbaustaat
zum Industriestaat das am besten erläuternde Beispiel für jenen
¡Sachverhalt. Die Bevölkerung, die sich unvermeidlich stauen
müsste, wenn man beständig bei einer und derselben rohen
Form des Ackerbaus bliebe, kann sich frei entwickeln und