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wirklich dadurch die Anklage, die Besitzlosen zum Hasse
gegen die Besitzenden aufstacheln zu wollen, oder ver
dienen sie dadurch nicht vielmehr den Dank und die
Liebe gerade der besitzenden Klassen, gerade der Bour
geoisie vor allen?
Woher kommt alle politische Furcht der Bourgeoisie
vor dem Volke?
Werfen Sie einen Blick der Erinnerung in die Monate
März, April und Mai des Jahres 1848.
Haben Sie vergessen, wie eö damals hier aussah?
Die Polizeimacht war gebrochen, das Volk füllte alle
Gassen und öffentlichen Plätze. Und alle Gassen, alle
öffentlichen Plätze und alles Volk — ausschließlich in
der Hand eines Karbe, eines Lindenmüller und ähnlicher
gedankenloser Agitatoren, Männer ohne Wissen, ohne
Bildung, ohne Einsicht, aufgewirbelt vom Sturme, der
das politische Leben bis in seine Tiefen peitschte! Die
Bourgeoisie, scheu und furchtsam das Zimmer hütend,
jeden Augenblick zitternd für ihr Eigentum und ihr Leben,
das sie in der Hand roher Agitatoren sah, die nur zu gut
mütig waren, um von ihrer Macht den gefürchteten
Gebrauch zu machen. Die Bourgeoisie, heimlich betend
für die Rückkehr des Polizeizwanges, unter einer Furcht
bebend, die sie noch bis heute nicht vergessen hat, und deren
Angedenken sie noch bis heute unfähig zum politischen
Kampfe macht!
Woher kam es, daß in einer Stadt, die sich stolz die
Metropole der Intelligenz nennt, in einer so großen
Stadt, dem Sitze der leuchtendsten Geister, das Volk
monatelang einem Karbe und Lindenmüller gehören
und Sie für Leben und Eigentum zittern konnten?