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mängelungen verschonen, welche in dieser Richtung auch alle
andern statistischen Versuche treffen müssten. Wirklich zuverlässige
und brauchbare Constatirungen bleiben solange unmöglich,
als die statistischen Institute der Welt wesentlich nur
für die Regierungen und so gut wie gar nicht für die bestimmteren
Gesichtspunkte der Volkswirthschaftslehre arbeiten. Die
Productionsstatistik ist anerkanntermaassen nur in vereinzelten
und unerheblichen Anfängen vorhanden.
Da Malthus in dieser Gattung nichts bewiesen hatte, so
war auch im eigentlichen Sinne nichts zu widerlegen. Dagegen
ist es ein grosses Verdienst Careys, dass er den alten Gedanken
von der wirthschaftlichen Nützlichkeit der Volksvermehrung
mit einer neuen Ableitung ausstattete, die von aller Statistik
unabhängig war und bleiben wird. Durch Vereinigung einer
grossem Zahl wachsen die W^irthschaftskräfte über die Natur
mehr als blos im Verhältniss dieser Zahl. Zwei vereinigte
Menschen haben höchstens die doppelten Bedürfnisse, aber vermöge
dos planmässigen Zusammenwirkens mehr als die doppelte
Leistungsfähigkeit. An der Hand dieser Wahrheit und
unter der Voraussetzung, dass die Naturhülfsquellen nicht blos
Anfangs so gut wie unbeschränkt, sondern auch später hinreichend
zugänglich sind, gelangt Carey zu der Vorstellung, dass
die Bevölkerung keine andern Schranken habe, als diejenigen,
welche sie sich in ihrer höhern Entwicklung durch ein Zurücktreten
der Fortpflanzungstriebe von selbst setze. Da er stillschweigend
anerkennt, dass eine grenzenlose Vermehrung nicht
stattfinden könne, so nimmt er auf den Höhen der Entwicklung
seine Zuflucht zu dem physiologischen Antagonismus zwischen
dem Aufwand der Gehirn- und der Geschlechtskräfte. Die Entwicklung
der höhern Functionen soll die Fortpflanzungsacte
mindern. Mit Sicherheit ist nun aber nach einer exacten physiologischen
Denkweise nichts weiter festzustellen, als dass
eine starke Anspannung der Gehirnthätigkeit zeitweilig alle
andern functioncllen Thätigkeiten des Organismus und unter
ihnen ganz vornehmlich die Vorbereitungen der geschlechtlichen
Energie mindert. Hievon wird aber die Fortpflanzung selbst
wenig betroffen. Eine habituelle Ausmerzung der Geschlechtsfunctionen
wäre aber nicht nur ein physiologisch ungeheuerlicher,
sondern auch sonst ein thörichter Gedanke. Ausnahmsweise
mögliche Impotenz oder Unfruchtbarkeit kann und soll