Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

422

Zuwachs  hmzugekommen.  Wenn  in  den  spätem  Phasen  der
^ntwicklung  des  Careyschen  Systems  eine  Abhängigkeit  von
den  jeweiligen  Erfahrungseindrücken,  namentlich  von  den  auf
le  Tarifänderungen  folgenden  Thatsachen,  maassgehend  werden ­
  konnte,  so  lag  dies  wesentlich  in  der  Methode.  Da  o-ute
quantitative  Feststellungen,  die  aus  richtigen  Gesichtspunkten
vorgenommen  werden,  so  äusserst  selten  sind,  so  ist  hier  für
das  kritische  Verhalten  in  der  Gewinnung  der  Wahrheiten
kaum  ein  Anknüpfungspunkt  vorhanden.  Auch  ist  die  Geschichte ­
  nicht  so  reich  an  zuverlässigen  Thatsachen  eigentlich
volkswirthschaftlicher  Art,  um  darauf  hinlängliche  Kennzeichnungen ­
  der  Zustände  im  Sinne  exacter  Induction  gründen  zu
können.  Dessenungeachtet  ist  es  ein  grosser  Vorzug  des  Oaicyscheii
  Systementwurfs,  die  inductiven  Elemente  der  Anschauung ­
  nach  Kräften  zu  einem  Gosammthilde  von  Geschichte  und
Gegenwart  componirt  zu  haben.  Auf  einem  andern  Gebiet
hatte  Descartes  in  seiner  Art  etwas  Aohnliches  gethan,  indem
er  die  äussern  Grundzüge  der  Natur  in  den  Kähmen  eines
Schematismus  brachte,  der  die  Thatsachen  unmittelbar  und  in
pringer  Zergliederung  in  sich  aufnahm.  Wurde  auch  hier
keine  eigentliche  Induction,  sondern  eher  das  Gegentheil  ins
Spml  gebracht,  so  ergab  sich  doch  ein  geschichtlich  lehrreiches
Beispiel  von  der  Wirksamkeit  derjenigen  aus  thatsächlichen
Anschauungen  gewebten  Entwürfe,  die  dem  Bedürfhiss  einer
universellen  Zusammenfassung  entgegenkommen.
Die  Nothwendigkeit,  die  Verhältnisse  der  verwickelten  Zustände ­
  zerlegend  zu  trennen,  hat  sich  auch  in  der  Careyschen
Speculation  nicht  verleugnet,  wie  der  schon  angeführte  Tropus
vom  Robinson  als  dem  Wirthschaftssubject  hinreichend  beweist.
Indessen  hat  der  praktische  Zug  der  Entwicklungen  auf  eine
andere  methodische  Wendung  verzichten  lassen,  die,  nebenbei
emerkt,  in  ihrer  vollen  Reinheit  der  gesummten  gegenwärtigen ­
  Oekonomistik  abhanden  gekommen  ist.  Die  Ilume-Smithsche
  Methode,  von  den  kreuzenden  Einflüssen  der  speciellen
Gesetzgebung  abzusehen  und  sich,  freilich  stillschweigend  auf
der  Grundlap  des  Lohnsystems,  eine  universelle  im  freien
Verkehr  befindliche  Wirthschaftsgesellschaft  zu  denken,  war
für  die  Schlussmöglichkeiten  von  grosser  Tragweite.  Sie  lässt
sich  wissenschaftlich  nicht  entbehren,  sondern  muss  nur  noch
ladicalcr  gestaltet  werden,  und  der  Careysche  Ans^iruch,  un-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.