Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

in  Frage  kommenden  gelehrten  Zeitschriften  dafür  gesorgt
hätte,  dass  von  den  anszeichnenden  Eigenschaften  der  Bastiatschen
  Arbeit  das  wirklich  Erhebliche  beschattet  bliebe.  Allerdings ­
  wäre  es  allenfalls  möglich  gewesen,  an  der  Auslassungsart ­
  der  Gegner  zu  erkennen,  dass  die  betreffende  Erscheinung
der  traditionellen  Oekonomie  der  Lehranstalten  ungelegen  kam.
Allein  ein  Macleod  hat  wohl  selbst  erst  später  aus  der  Erfahrung ­
  am  eignen  System  lernen  müssen,  dass  die  einzige  Möglichkeit, ­
  aus  den  der  Routine  gewidmeten  Zeitschriften  bisweilen ­
  von  dem  Dasein  des  Bedeutenderen  etwas  zu  erfahren,
auf  der  Anwendung  des  Grundsatzes  beruht,  auf  die  leisesten
Zeichen  des  halb  verhehlten  Aergers  zu  achten  und  in  diesem
Falle  den  Tadel  für  einen  Fingerzeig  auf  das  Bessere  zu  nehmen. ­
  Trotz  alledem  ist  es  aber  doch  meist  unmöglich,  aus  der
Masse  der  Erscheinungen  diejenigen  herauszufinden,  für  welche
sich  eine  nähere  Notiznahme  empfiehlt,  und  selbst  die  umsichtigste ­
  Umschau  wird  den  Mangel  solcher  Organe  fühlen,  durch
welche  sie  von  den  Vorgängen  in  der  Wissenschaft  eine  wahre
Kenntniss  erhält.  In  der  Regel  bedarf  es  einer  längeren  Reihe
von  Jahren  oder  gar  ganzer  Generationen,  ehe  sich  eine  ordentliche ­
  Rechenschaft  über  ein  von  dem  Herkömmlichen  abweichendes ­
  System  Bahn  bricht.
Wäre  Bastiat  auf  die  Gunst  der  verschütten  Oekonomie
an^wiesen  geblieben,  so  hätte  man  von  ihm  im  grösseren
Publicum  nach  zehn  Jahren  vielleicht  ebensowenig  gewusst  als
von  Carey.  Grade  der  wissenschaftliche  Gehalt  seiner  Schrift
würde  die  Bekanntschaft  mit  seinem  Buch  am  wenigsten  gefördert ­
  haben.  Dieser  Inhalt  würde  zunächst  im  besten  Fall
eine  Angelegenheit  der  Schulen  geworden  und  deren  Trägheit,
Unfähigkeit  und  Monopolsucht  anheimgefallen  sein.  Bastiat
hat  dagegen  in  andern  Kreisen  um  seiner  praktischen  Parteinahme ­
  Willen  von  vornherein  ziemlich  rührige  Förderer  gefunden, ­
  die  sich  freilich  in  erster  Linie  nur  um  seine  Parteirollo ­
  und  erst  ganz  nebensächlich  auch  ein  wenig  um  seine
wissenschaftlichen  Sätze  kümmerten.  Dies  sind  die  Kreise  der
sogenannten  Manchesterökonomie  oder,  mit  andern  Worten,
der  Cobdenschen  Richtung  gewesen,  in  deren  Diensten  der
Franzose  gleich  bei  Beginn  seiner  Laufbahn  als  nationalökonomischer ­
  Schriftsteller  gearbeitet  hatte.  Seine  Geschichte  der
Cobdenschen,  gegen  die  Kornzölle  gerichteten  Ligue  ist  in
            
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