Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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— mit dieser dreifachen Ahtheiliing ist die principielle Schwie 
rigkeit, das angemessene Yerhältniss zwischen Consumtions- 
und Productionsausdehnung zu bestimmen, keineswegs gelöst. 
Dagegen hat der Urheber des Organisationsschema ganz 
recht, indem er erklärt, dass es widersinnig sein würde, die 
Concurrenz zwischen den Einzelnen zu verurtheilen und die 
jenige zwischen körperschaftlichen Gebilden gelten zu lassen. 
Es sollen daher nicht concurrirende Associationen sein, in denen 
sich die Arbeit organisirt. In der Vorstellung einer solchen 
Gestaltung sieht unser Socialist mit Recht nur den Mangel 
jedes ernstlichen Princips. Die Gesellschaft soll vielmehr von 
Grund aus das Concurrenzmotiv überwinden und in ihren ein 
zelnen Gebilden wie in ihrer Gesammtgestaltung das Arbeiten 
für einander, nicht gegen einander, zum Zweck haben. 
5. Louis Blanc will den Staat nicht zum Verwalter oder 
gar Eigenthümer, sondern nur zum Gesetzgeber der socialen 
Werkstätten machen und fordert von ihm nichts weiter, als 
den Uebergang zu diesem System durch die Darbietung der 
ersten Mittel zu ermöglichen. Er will nicht eine Staats-, son 
dern eine Volksindustrie schaffen, welche sich nach allgemeinen 
Gesetzen selbst regiert und, sobald sie einmal in Gang gebracht 
ist, auch selbst mit den erforderlichen Mitteln ausstattet und 
erweitert. Dieses System soll sich zunächst partiell neben der 
Privatindustrie einrichten und die letztere mehr und mehr in 
sich aufgehen lassen. Da bei der literarischen Arbeit zu dem 
materiellen Druck noch die aus der ökonomischen Abhängig 
keit folgende Erniedrigung, Corruption und Sklaverei des Gei 
stes hinzukommt, so hat unser Socialist auch die Organisation 
der schriftstellerischen Thätigkeit als eine besondere Hälfte 
der Aufgabe ins Auge gefasst. Es soll ein centrales Verlags 
institut geschaffen werden, welches jedoch kein literarisches 
Eigonthum anerkennt, sondern öffentliche Belohnungen zuer 
kennt. Jedem Schriftsteller soll wenigstens die Gelegenheit 
gegeben werden, seine Arbeit zum Druck anzumelden und nach 
gehöriger Behandlung und Entscheidung veröffentlicht zu sehen, 
ohne dass ihm hieraus Kosten erwachsen. In diesem literari 
schen Gebilde zeigt sich nun die ganze Unzulänglichkeit der 
Blancschen Art von Arbeitsorganisation auf den ersten Blick. 
Es würde die unerträglichste aller Abhängigkeiten entstehen, 
w^eiin die Bücherveröffentlichung den Entscheidungen einer,
	        
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