536
unbewusste Werkzeuge gebrauchten Pedanten vermochten weder
ihren beschränkten Gesichtskreis zur Idee der demokratischen
Staatsform noch zu der einer socialen Reform zu erweitorn" . .
Sie . . , „lieferten den Beweis, dass unsere Hochschulen nicht
die Brennpunkte des geistigen Lebens der Nation, sondern Sitze
der Kleingeisterei und Beschränktheit sind.” Man vergesse bei
diesem ürtheil nicht, dass nicht die strengeren Wissenschaften
und auch nicht einmal die rein positive, mehr civilistische
Jurisprudenz, sondern nur die Publicistik und Nationalökonomie
in Frage sind, und dass für andere Länder sich das betreffondo
Verhältniss in manchen Beziehungen noch schlimmer gestaltet.
Adam Smith hatte von der Leistungsfähigkeit der Universi
täten überhaupt auch in seinem Vaterlande keine grosso Moi-
nung, und bei dem engen Zusammenhang von Theorie und
Praxis ist es nur ein entsprechendes Soitenstück, wenn ein Humo
die theoretische Capacität der betreifenden Sphäre völlig ver
achtete. Dio Marloscho Auslassung ist nur eine gelegentliche
Nebenregung, die mit dem bekannten Urtheil über die Frank
furter Nationalversammlung als über ein sogenanntes Profes
sorenparlament zusammentraf, zugleich aber die theoretische
Wuizel der praktisch traurigen Gestalten andeutete. Von
der hohen Bourgeoisie wird es einige Seiten weiter ausge
sprochen, dass sie „mit der einen Hand nach der Krone
der Fürsten und mit der andern nach dem Eigenthum des
Volkes greift.”
Das Beste an der Marloschen Arbeit ist der erste Band,
weil derselbe sich mit den fremden Ideen und geschichtlichen
Erscheinungen beschäftigt, und auch schon die erste Abtheilung
mit ihrem Schluss über die Rolle der verschiedenen Staaten
genügt vollkommen, um den Verfasser kennen zu lernen. Wir
können daher seinen Standpunkt als einen solchen betrachten,
wie er den Jahren 1848—50 entsprach, und können uns auf
diese Weise auch die freilich nebensächliche Färbung der An
schauungsart erklären. In der Vorrede zur zweiten Abtheilung
sagt uns der Verfasser, dass er gegen die Mitte der vierziger
Jahre bei einer technischen Reise in Norwegen auf Veranlas
sung der begründeten Elendsschilderungen eines dortigen Deut
schen Fabrikarbeiters den Gedanken gefasst habe, sich nicht
mehr blos um Maschinen und Technik, sondern um den Menschen
und sein wirthschaftliches Schicksal zu kümmern. Die Schwierig-