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Drittes Capitel.
Bastiat, Macleod und Nebenerscheinungen.
Mit dem Careyschen System hatte die wissenschaftliche
e onomie schon 1837 eine Umwälzung erfahren, von der man
jedoch die entscheidenden Consequonzen erst nach beinahe SO
Jahren zu ziehen anfing. Inzwischen war nun aber ein Theil
der Carey sehen Ideen, wenn auch nicht sonderlich tief aufge-
asst, so doch in einer dialektisch regsamen und ziemlich gc-
^ mac vollen Darstellung durch einen Franzosen als eigne
Erfindung ausgegeben worden und hatte in dieser Gestalt die
erste vneitere A^erbroitungr gefunden. J^astiat, vrelcher sich
dieses IPlagiats sms ISitelkeit sohiildqy maclite, ist iecioch nocli
m demselben Jahre 1850, in welchem er die Frucht seiner
udien an Carey, nämlich die „Harmonies économiques”, her-
^Bgegeben hatte, durch den Tod an der Lieferung des zweiten
Theils jenes Buchs verhindert worden. Er hatte bis dahin,
^wohl schon ani Ende der Vierziger und ungeachtet einer in
Kleinigkeiten umfangreichen schriftstellerischen Thätigkeit, den
noch nichts producirt, was einen Gedanken enthalten hätte, der
von der Geschichte der Volkswirthschaftslehre berücksichtig
werden könn e. Erst mit dem Bruchstück der „OekonomischJn
Harmonmn hat er etwas zu Tage gefördert, was ihn wenigstens
für die Geschichte der oft wunderlichen Verbreitungsart neuer
Ideen als zurechnungsfähig erscheinen lässt. Er ist während
er nächsten 15 Jahre in Europa weit mehr gekannt gewesen,
als sein auch von den gelehrtesten Nationalökonomen nur ober-
tohlich und äusserlich berücksichtigtes Vorbild, und auf diese
Weise hat mim sich daran gewöhnt, seine „Oekonomischen
Harmonien als eine selbständige Leistung anzusehen und zu
beurtheilen. Wm wenig indessen auch dieses Buch in seinem
—hnenden Charakter die Kreise der trägen und verschul-
Duteend Jahre von dem Inhalt der Bastiatschon Schrift keine
enntniss gehabt habe. Letzteres ware ganz unmüglich ge-
wesen, wenn nicht die Unwissenheit und der üble Wille der